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Paula Radcliffe
Paula Redcliffe wurde 2005 Marathon-Weltmeisterin © Getty Images

Großbritanniens Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe hat angesichts der jüngsten Dopingverdächtigungen gegen ihre Person nun doch Trainings- und Blutwerte öffentlich gemacht. Der englische Sender Sky News gab am Donnerstag drei Werte bekannt, mit Hilfe derer die 41-Jährige ihre Unschuld beweisen will.

Noch kurz zuvor hatte sie klargestellt, dass sie diesen Weg nicht gehen müsse: "Ich weiß, dass ich sauber bin. Ihr seid die, die Zweifel haben."

Die von Sky News veröffentlichten Werte liegen allesamt im verdächtigen Bereich und waren Grundlage für die jüngsten Anschuldigungen. Laut Radcliffe sind sie jedoch jeweils durch äußere Einflüsse erklärbar, in diesem Fall seien es Höhentraining und ein unmittelbar vorangegangener Wettkampf.

"Die Werte mussten von Experten im richtigen Kontext bewertet werden, daher habe ich die WADA gebeten, alles noch einmal durchzugehen", sagte Radcliffe bei Sky News. Sie habe zudem auch eine entsprechende Bewertung durch unabhängige Fachleute vorliegen.

Die Diskussion um Radcliffe hatte zuletzt Fahrt aufgenommen. Jesse Norman, Vorsitzender des Sportausschusses im britischen Parlament, hatte erklärt, dass "Sieger und Medaillengewinner des London Marathons im Verdacht stehen, Blutdoping betrieben zu haben."

Dies könne ausdrücklich auch britische Athleten betreffen. Radcliffe hat dreimal in London gewonnen und dort 2003 in 2:15:25 Minuten einen Fabelweltrekord erzielt.

Radcliffe hatte auf die öffentlichen Anschuldigungen mit scharfer Kritik reagiert: "Ich kümmere mich nicht darum, was eine Gruppe von Parlamentariern über etwas denkt, was sie nicht komplett versteht", sagte die Marathon-Weltmeisterin von 2005:

"Ich möchte keinen anderen unschuldigen Athleten das durchleiden sehen, was ich in den vergangenen drei Monaten durchgemacht habe."

In der BBC betonte Radcliffe zudem bereits, dass sie ein reines Gewissen habe. "Ich bin immer als saubere Athletin angetreten, bin immer für das eingestanden, an das ich geglaubt habe", sagte die Läuferin aus Cheshire, die sich stets öffentlich gegen Doper gestellt hatte:

"Ich kann meinen Kindern in die Augen sehen und ihnen dieselben moralischen Werte lehren, unter denen ich aufgewachsen bin."

Sebastian Coe, neuer Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, unterstützte Radcliffe nun prompt. "Jeder weiß, dass Paula sauber ist", sagte der Brite:

"Sie hätte nicht in die Situation gebracht werden sollen, sich selbst auf diese Weise verteidigen zu müssen. Niemand sollte gezwungen sein, private Informationen öffentlich zu machen."

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