vergrößernverkleinern
Rio 2016 Paralympic Games - Press Conference with International Paralympic Committee President Sir Philip Craven
Sir Philip Craven denkt nicht, dass die WM-Vergabe an Katar ein Fehler war © Getty Images

Sir Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), hat die Vergabe der Leichtathletik-WM an Katar verteidigt, verbindet sie aber mit der Hoffnung auf eine gesellschaftliche Veränderung in dem Emirat.

Vor dem WM-Start hatte Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) die Vergabe an Katar als "Fehler" bezeichnet, da sie dem wegen Verletzung der Menschenrechte in der Kritik stehenden Land ein "gesellschaftliches Alibi" gebe.

"Ich denke nicht, dass es ein Fehler war, dieses Ereignis nach Katar zu geben", erklärte nun Craven im Interview mit dem SID: "Die Paralympics sind meiner Meinung nach das größte Sportereignis, um Inklusion voranzutreiben. Und Veranstaltungen wie diese WM helfen dabei. Es ist wichtig, dass Weltmeisterschaften überall auf der Welt stattfinden, auch in den aufstrebenden Märkten wie Katar."

Er hoffe aber, dass "sie ein Katalysator für Inklusion in Katar ist. Von der Barrierefreiheit im Stadion und den Hotels war ich beeindruckt. Und ich denke, dass viele derer, die diese WM im Fernsehen verfolgt haben, nun eine andere Wahrnehmung darüber haben, wozu behinderte Menschen zu leisten imstande sind."

Enttäuscht war der Brite, der dem IPC seit 2001 vorsteht, von der schwachen Zuschauer-Resonanz. "Es war das erste Mal, dass ein Para-Sportereignis in diesem Teil der Welt stattgefunden hat", sagte er: "Natürlich hätten wir gerne mehr Zuschauer gehabt. Aber man muss das große Ganze sehen. Noch nie haben so viele Menschen überall auf der Welt im Fernsehen zugeschaut."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel