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Russlands Olympia-Aus wird offenbar immer wahrscheinlicher
Der russische Leichtathletik-Verband wurde wegen des Dopingskandals von der IAAF ausgeschlossen © Getty Images

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Fünf-Punkte-Papier die sofortige Bestrafung aller in den russischen Dopingskandal verwickelten Personen und die Schaffung eines Anti-Doping-Gesetzes in Russland gefordert.

Es sind zwei von fünf Bedingungen, die Russlands Leichtathletik-Verband ARAF erfüllen muss, um wieder in die IAAF aufgenommen zu werden und somit die internationale Starterlaubnis für seine Athleten zurückzuerlangen.

Des weiteren fordert die IAAF von der ARAF den Aufbau eines handlungsfähigen Anti-Doping-Netzwerks sowie ein effektives und fälschungssicheres Testverfahren.

Die fünfte und letzte Bedingung ist die Forderung an die russischen Sportbehörden, alle Vorgaben der IAAF und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf einer stabilen Basis nachhaltig und andauernd zu erfüllen.

Das fünfköpfige IAAF-Kontrollgremium, das unter Vorsitz des Norwegers Rune Andersen die Umsetzung der russischen Reformen beobachten und bewerten soll, nimmt am 1. Januar seine Arbeit auf und legt am 27. März 2016 beim IAAF-Council in Cardiff/Wales einen ersten Bericht vor.

Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, würden die Hallen-Weltmeisterschaften vom 17. bis 20. März in Portland/Oregon definitiv ohne russische Athleten stattfinden.

Russische Sportler, die im Zuge des Leichtathletik-Skandals vor Dopingsperren stehen, hatten am Donnerstag angekündigt, die ARD und deren Whistleblower zu verklagen.

"Wir werden eine Sammelklage einreichen, alle Beschuldigten - zumindest die Athleten", sagte Mittelstrecken-Läuferin Kristina Ugarowa, die vor einer lebenslangen Dopingsperre steht, dem russischen Portal R-Sport.

Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht" war Ausgangspunkt von Ermittlungen einer unabhängigen Kommission, die letztlich zur Suspendierung der russischen Anti-Doping-Behörden durch die WADA sowie der ARAF durch die IAAF führte.

Russland sagte derweil am Donnerstag zu, sein Anti-Doping-System rundum zu erneuern. "Wir sind bereit, schnell, effektiv und gewissenhaft mit der WADA zu kooperieren", sagte Sportminister Witali Mutko: "Wir haben die Entscheidung der WADA erwartet. Wir sind bereit, unser Anti-Doping-System neu aufzubauen."

Russland darf für die Dauer der unbefristeten Suspendierung seiner Anti-Doping-Behörden keine internationalen Sport-Großereignisse veranstalten und auch nicht an solchen teilnehmen. Umsetzen müssen die WADA-Sanktionen allerdings die einzelnen Verbände.

Mutko forderte die WADA auf, zumindest das ebenfalls gesperrte Anti-Doping-Labor in Moskau wieder zuzulassen: "Durch das Stoppen aller Aktivitäten unserer Anti-Doping-Institutionen stockt auch unser Kampf gegen Doping auf russischem Grund und Boden. Ich denke, die WADA versteht dies."

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