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Doping (Symbolbild)
Der Doping-Skandal in Italien weitet sich aus © Getty Images

Die italienische Anti-Doping-Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen aus: Nach einem Bericht der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" am Freitag stehen mittlerweile 200 Sportler unter Verdacht, Dopingkontrollen umgangen zu haben.

Bereits am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft eine zweijährige Sperre gegen 26 Leichtathleten gefordert.

Unterstützung bekamen diese von Aldo Gioni, Präsident des italienischen Leichtathletik-Verbandes. "Italiens Leichtathletik ist ehrlich und transparent. Wir sind nicht in Russland. Ich vertraue der Justiz, doch der Verband wird mit allen Mitteln seine Athleten verteidigen, die Opfer sind", sagte Gioni und forderte die Athleten auf, ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro fortzusetzen: "Wir betrachten nicht die Möglichkeit, dass sie verurteilt werden könnten."

Auch der Präsident des italienischen Olympischen Komitees (CONI), Giovanni Malagó, zeigte sich mit den Athleten solidarisch. "Das italienische Kontrollsystem ist ineffizient, die Leichtathleten dürfen nicht für organisatorische Engpässe zahlen", meinte Malagó.

Zuvor hatte sich bereits der beschuldigte Ex-Stabhochsprung-Weltmeister Giuseppe Gibilisco gewehrt und das CONI angegriffen: "Niemand von uns hat gedopt. Wir zahlen einen enormen Preis für die chronischen organisatorischen Mängel des Nationalen Olympischen Komitees, das hier der einzige Schuldige ist."

Die Entscheidung über etwaige Sanktionen ist erst im kommenden Februar zu erwarten. Bis dahin will der Leichtathletik-Verband alles unternehmen, um die Unschuld seiner Sportler zu bezeugen. Dies könnte jedoch nicht einfach sein.

Auch die Ziviljustiz beschäftigt sich inzwischen mit dem Fall. Roms Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das geltende Antidoping-Gesetz aufgenommen, berichtete Gazzetta dello Sport am Freitag.

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