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IAAF Press Conference
Lord Sebastian Coe organisierte die Olympischen Spiele in London © Getty Images

Die Vergabe der Leichtathletik-WM in die US-Stadt Eugene sorgt weiter für Wirbel. IAAF-Präsident Coe sieht erneut nichts Seltsames. Auch der Gastgeber meldet sich zu Wort.

Nach der Aufnahme einer Voruntersuchung durch die französische Justiz hat IAAF-Präsident Sebastian Coe die Vergabe der Leichtathletik-WM 2021 an Eugene verteidigt.

"Wir haben bereits zuvor Städte ohne Bewerbungsverfahren ausgesucht", sagte Coe im Interview mit BBC Radio 4: "Es gab kein Bewerbungsverfahren. Eugene ist vom US-Verband vorgeschlagen worden, nicht von der IAAF. Mein Council hat entschieden, dass es für die Zukunft die beste Möglichkeit ist, die WM in die USA zu vergeben."

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass die französische Justiz Vorermittlungen eingeleitet hat. Mitte April war Eugene völlig überraschend und ohne Bewerbungsverfahren die WM 2021 zugesprochen worden, obwohl auch Göteborg Interesse gezeigt hatte.

Laut BBC wollen die französischen Behörden ermitteln, vor welchen Hintergründen Eugene den Zuschlag erhalten habe. Die Untersuchung soll auch zeigen, ob die französische Justiz überhaupt zuständig ist.

Auch Eugene verteidgt Vergabe

Auch Gastgeber Eugene hat nach der Aufnahme von Ermittlungen durch die französische Justiz jegliche Vorwürfe rund um die Vergabe der Leichtathletik-WM 2021 zurückgewiesen.

"Wir sind zu 100 Prozent davon überzeugt, dass nichts passiert ist, was außerhalb der Regeln der IAAF lag", sagte Vin Lananna, Präsident des Organisationskomitees, bei einer Veranstaltung in Portland: "Man kann über jede Art von Vergabeprozess frustriert sein, aber wir haben den Prozess nicht gemacht. Wir haben unsere Bewerbung vorgestellt. Es war Sache des IAAF-Councils, diese zu akzeptieren."

Ende November hatte die BBC eine E-Mail öffentlich gemacht, die nahelegt, dass IAAF-Präsident Sebastian Coe eventuell Lobbyarbeit für die US-Stadt betrieben haben soll.

Brisante Mails

Eugene ist Gründungsort des Sportartikel-Herstellers Nike und liegt nur unweit des derzeitigen Hauptsitzes entfernt.

Coe war jahrelang Marken-Botschafter für Nike, hat inzwischen diesen Posten niedergelegt. Er bestreitet jegliche Lobbyismus-Vorwürfe. Die BBC berichtete zudem von einer weiteren Mail, aus der hervorgeht, dass Lananna in den Wochen vor der Entscheidung mindestens einmal nach Europa flog, um den damals amtierenden IAAF-Präsidenten Lamine Diack zu treffen.

Gegen Diack läuft in Frankreich bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Korruption und Bestechlichkeit.

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