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Helmut Digel (links) ist geschockt über die Machenschaften des ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack
Helmut Digel (links) ist geschockt über die Machenschaften des ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack © Getty Images

Am Donnerstag soll die nächste Bombe im IAAF-Skandal platzen. Schon jetzt sieht der ehemalige DLV-Präsident Helmut Digel dringenden Reformbedarf bei der IAAF.

Im Zuge des Doping- und Korruptionsskandals in der Leichtathletik hat Helmut Digel (72) weitreichende Reformen beim Weltverband IAAF gefordert.

"Was die IAAF ganz dringend braucht, ist eine Strukturreform. Die Präsidenten haben in den jetzigen Systemen der Sportverbände einfach zu viel Macht", sagte Digel dem SID.

"Vielleicht muss man sich auch Hilfe von außen holen, unbelastete Leute, die Veränderungen anstoßen und schauen, dass die erforderlichen Reformen in die richtige Richtung gehen."

Die Leichtathletik wird derzeit von der schwersten Krise ihrer Geschichte erschüttert. Die frühere IAAF-Führung um Ex-Präsident Lamine Diack hat offenbar positive Dopingproben gegen Bezahlung vertuscht und so vor allem russische Athleten vor einer Sperre bewahrt.

"Ein Präsident, weitere Funktionäre und Mitarbeiter konnten sich mit der Erpressung von gedopten Athleten bereichern. Das ist ein Skandal ungeheuerlichen Ausmaßes, die Schuldigen müssen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden", sagte Digel, der von 2007 bis 2015 im IAAF-Council saß.

"Ich stehe nach wie vor in der Verantwortung. Ich frage mich, wie es möglich war, dass ein Präsident mit einer kleinen Clique so ein Betrugssystem installieren konnte?"

Am Donnerstag will die unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in München den zweiten Teil ihres Berichts zum Doping- und Korruptionsskandal in der internationalen Leichtathletik veröffentlichen.

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