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Sebastian Coe droht neuer Ärger © Getty Images

Nach dem Wirbel um den Doping- und Korruptionsskandal in der Leichtathletik droht IAAF-Präsident Sebastian Coe (59) neuer Ärger.

Der Brite hat im Wahlkampf um die Macht im Weltverband angeblich illegale Hilfe aus dem inneren Zirkel der IAAF angenommen. Das berichtet die Daily Mail. Demnach soll Coe während seiner Kampagne vom ehemaligen Pressechef Nick Davies beraten worden sein und damit womöglich gegen die Statuten verstoßen haben.

Konkret geht es um ein Wahlversprechen Coes, die IAAF-Mitgliedsverbände im Falle eines Wahlsieges finanziell besser zu unterstützen. Davies soll dabei unter falschem Namen und falscher E-Mail-Adresse Tipps zur Formulierung des entsprechenden Programms gegeben haben.

Als Pseudonym wurde offenbar der Name "Manolo Yanes" verwendet. Empfänger der Mail sei nicht Coe selber gewesen, sondern sein Wahlkampfteam. Davies war nach Coes Wahl zu dessen Büroleiter aufgestiegen, lässt sein Amt im Moment wegen einer möglichen Verwicklung in den Doping-Skandal in der russischen Leichtathletik aber ruhen.

Die IAAF dementierte den Vorgang nicht, wies aber darauf hin, dass Coe Davies keine "Gegenleistung für seine Unterstützung" versprochen habe. Ebenso habe Coe nicht darauf gedrängt, die Hilfe zu "verbergen", indem eine bestimmte E-Mail-Adresse verwendet werde. Davies habe aus eigenem Antrieb gehandelt, weil er der Meinung war, die Wahl des Doppel-Olympiasiegers ins Machtzentrum sei im "besten Interesse der IAAF".

Coe war am 19. August 2015 vor der Weltmeisterschaft in Peking zum neuen Präsidenten der IAAF gewählt worden. Der ehemalige Mittelstreckenläufer setzte sich mit 115 zu 92 Stimmen gegen die Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka durch. Im Rahmen von IAAF-Wahlen ist es den Kandidaten untersagt, Hilfe von Mitarbeitern oder Beratern des Verbandes anzunehmen.

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