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Clemens Prokop ist Präsident des DLV
Clemens Prokop ist Präsident des DLV © Getty Images

Der Präsident des deutschen Leichtathletik-Verbandes Clemens Prokop hält die Teilnahme russischer Athleten an den Olympischen Spielen für unwahrscheinlich.

DLV-Präsident Clemens Prokop hält nach den neuen Enthüllungen in der Doping- und Manipulationsaffäre einen Olympia-Start russischer Leichtathleten in Rio für unwahrscheinlich.

"Angesichts der neuen Vorwürfe wäre es für mich eine große Überraschung, wenn der russische Verband für Olympia zugelassen würde", sagte der Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gegenüber Funke Sport (Dienstagsausgabe).

Prokop forderte das Einhalten der Standards der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. "Der Bericht weckt daran Zweifel, und solange diese begründeten Zweifel bestehen, ist es nicht möglich, Russland zuzulassen", sagte Prokop, der nicht nur die Leichtathletik betroffen sieht.

"Die russische Antidopingagentur ist ja für alle Sportarten zuständig. Daher wundert es mich, dass andere Sportverbände diesem Verdacht nicht viel entschiedener nachgehen", so Prokop weiter.

Ähnlich äußerte sich am Montag Silke Kassner, die stellvertretende Sprecherin der DOSB-Athletikkommission. "Solange die Vorwürfe nicht hundertprozentig geprüft sind, muss diese Sperre aufrechterhalten bleiben. Und wenn das bis nach den Olympischen Spielen dauert, ist das eben so", sagte Kassner.

Die WDR-Sendung "Sport Inside" hatte am Sonntag neue Belege für Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien im russischen Leichtathletik-Verband RUSAF geliefert.

Demnach betreut der eigentlich gesperrte Trainer Wladimir Mochnew offenbar weiter Athleten, und ein Juniorentrainer soll nebenher mit Dopingmitteln handeln.

Zudem soll die neue Chefin der derzeit suspendierten Anti-Doping-Agentur RUSADA als einfache Mitarbeiterin einst Athleten den Zeitpunkt von Dopingkontrollen verraten haben.

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