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Kenia darf wohl auch an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen © Getty Images

Das kenianische Parlament kommt dem drohenden Olympia-Aus mit einem neuen Anti-Doping-Gesetz zuvor. Das vorherige ist von der WADA abgelehnt worden.

Das kenianische Parlament hat am Donnerstag ein verändertes Anti-Doping-Gesetz beschlossen und damit den wohl wichtigsten Schritt gemacht, um das drohende Olympia-Aus für Rio noch abzuwenden.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte am 13. Mai das ostafrikanische Land als "non compliant" (nicht regelkonform) erklärt, nachdem zuvor zwei Fristen verstrichen waren.

Erst Ende April hatte Kenia ein neues Anti-Doping-Gesetz verabschiedet, dies entsprach aber nicht den Anforderungen der WADA. Das nun in Abstimmung mit der WADA geänderte Gesetz muss noch durch den Senat bestätigt werden, ehe es nach Unterzeichnung durch Präsident Uhuru Kenyatta in Kraft treten kann.

Seit langem steht Kenia wegen zahlreicher Dopingverfehlungen in der Kritik.

Dutzende Sportler, darunter auch die dreimalige Siegerin des Boston-Marathons, Rito Jeptoo, wurden wegen Dopings gesperrt. Bei der vergangenen Leichtathletik-WM in Peking war Kenia mit 16 Medaillen, davon siebenmal Gold, erstmals erfolgreichste Nation.

Derzeit sind drei führende Funktionäre des nationalen Leichtathletik-Verbandes AK suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, den Anti-Doping-Kampf in ihrem Land behindert sowie Sponsorengelder veruntreut zu haben.

AK-Geschäftsführer Isaac Mwangi soll zudem versucht haben, des Dopings überführte Athleten zu erpressen.

Durch die Einstufung als nicht regelkonform droht einem Land in letzter Konsequenz der Ausschluss von den Sommerspielen in Rio de Janeiro. Allerdings könnte die WADA dies nicht selbst umsetzen, sondern lediglich eine Empfehlung an das Internationale Olympische Komitee (IOC) aussprechen.

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