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Robert Harting
Robert Harting bestritt in Rom seinen ersten Freiluft-Wettkampf seit anderthalb Jahren © Getty Images

Bei seinem ersten Freiluft-Wettkampf seit über anderthalb Jahren präsentiert sich Robert Harting gut in Form. Dennoch hadert er. Die Olympia-Quali wird kein Selbstläufer.

Der Harting ist wieder da - bis Olympia wartet aber noch viel Arbeit auf den Diskus-Riesen:

In seinem ersten Freiluft-Wettkampf seit mehr als 20 Monaten hat Robert Harting beim Diamond-League-Meeting in Rom mit ordentlichen 63,96 m Platz drei belegt, aber die Norm für die Sommerspiele in Rio noch verpasst.

Rund zwei Monate vor den Spielen am Zuckerhut ist der London-Olympiasieger erstmal nur die deutsche Nummer vier.

Harting: "Brauche noch etwas Zeit"

"Tja, wie ich mein Comeback sehe? Im Moment ärgere mich erstmal über meinen letzten Versuch. Da stimmte alles, nur der Wurfwinkel nicht", sagte der 31 Jahre alte Berliner nach dem Wettkampf im altehrwürdigen Olympiastadion: "Rom ist wirklich ein schwieriges Meeting für uns Werfer. Ich fühle mich noch nicht frisch, mein Knie macht noch Probleme, aber der Brustmuskel ist okay. Ich brauche einfach noch etwas Zeit."

Der dreimalige Weltmeister Harting, dessen Bestleistung bei 70,66 m steht, steigerte sich in den ersten vier Versuchen beständig von 60,74 auf 63,96 m, fand zunehmend besser in seine Technik und den Wurfablauf, die letzten beiden Versuche waren dann aber ungültig, der weite sechste knapp außerhalb des Wurfsektors - nichts wurde es mit der geforderten Normweite für Olympia von 65,00 m.

In Rom, wo traditionell nicht die ganz großen Weiten erzielt werden, reichten dem polnischen WM-Zweiten Robert Urbanek 65,00 m zum Sieg.

Harting muss um Olympia-Ticket kämpfen

In der deutschen Rangliste liegt Robert Harting derweil nach seinem Einstieg nur auf Platz vier hinter seinem Bruder Christoph (68,06), dem Magdeburger Martin Wierig (67,60) und dem Wattenscheider Daniel Jasinski (67,16).

Der Kampf um das Olympiaticket wird damit kein Selbstläufer. Bereits am Sonntag nimmt Harting beim sechsten Diamond-League-Meeting der Saison in Birmingham einen neuen Anlauf.

Harting hatte sich kurz nach dem Diamond-League-Finale im September 2014 in Brüssel im Training einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen und die komplette Saison 2015 verpasst. Nach einem Kurz-Comeback mit dem Sieg beim Hallen-ISTAF im Februar in Berlin mit 64,81 m musste er zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses im Brustmuskel und einer Entzündung im rechten Knie den Einstieg in die Saison verschieben.

Molitor und Obergföll enttäuschen

Im Kräftemessen der deutschen Speerwurf-Asse verloren Weltmeisterin Katharina Molitor und Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll gegen Außenseiterin Christin Hussong.

U23-Europameisterin Hussong zeigte mit Platz drei und 61,21 m als einzige DLV-Athletin Normalform, Obergföll musste sich mit Platz vier und 59,98 m begnügen. Molitor landete in einer mäßig starken Konkurrenz, in der sich die Südafrikanerin Sunette Viljoen (61,95) durchsetzte, mit schwachen 58,43 m gar nur auf Platz sieben.

Im Dreisprung wurde Hallen-Vizeweltmeisterin Kristin Gierisch mit einem Hüpfer auf 12,19 m und zwei ungültigen Versuchen Zwölfte und damit Letzte. Stabhochspringerin Lisa Ryzih fabrizierte bei ihrer Einstiegshöhe von 4,45 m einen "Salto nullo". 1500-m-Läufer Homiyu Tesfaye wurde in guten 3:35,44 Minuten Neunter.

Über 100 m siegte der umstrittene US-Sprinter Justin Gatlin in 9,93 Sekunden. 5000-m-Weltmeisterin Almaz Ayana aus Äthiopien lief in 14:12,59 Minuten die zweitbeste Zeit der Geschichte und verpasste den Weltrekord ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba nur um 1,44 Sekunden. Über 800 m egalisierte Berlin-Weltmeisterin Caster Semenya (Südafrika) die von ihr selbst gehaltene Jahresweltbestleistung von 1:56,64 Minuten.

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