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Dagmar Freitag fordert von Thomas Bach klare Kante
Dagmar Freitag fordert von Thomas Bach klare Kante © getty

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschuss im Deutschen Bundestag, sieht IOC-Präsident Thomas Bach nach der Startgenehmigung für Whistleblowerin Julia Stepanowa durch den Leichtathletik-Weltverband (IAAF) unter Druck. "Ich denke, Präsident Thomas Bach kommt hier eine ganz entscheidende Rolle zu, er muss sich positionieren", sagte Freitag.

Die IAAF hatte der 800-m-Läuferin Stepanowa vor der EM in Amsterdam (6. bis 10. Juli) die Startberechtigung erteilt, fraglich ist der Start der Russin bei den Spielen in Rio (5. bis 21. August).

"Natürlich muss auch das IOC sich seiner Verantwortung stellen, aber der Fünf-Punkte-Plan des Olympic Summit schiebt viel von dieser Verantwortung an die Spitzenverbände ab", sagte Freitag und stellte klar: "Dabei ist es Aufgabe des IOC, in grundsätzlichen Angelegenheiten sportpolitische Leitlinien vorzugeben."

Generell begrüßte Freitag die IAAF-Entscheidung. "Das ist ein ausgesprochen gutes und wichtiges Signal, dass Whistleblower eine Zukunft im Sport haben können", meinte die SPD-Politikerin. Nach Freitags Informationen hat sich der Präsident des europäischen Leichtathletikverbandes (EA), Svein Arne Hansen, mit der Bitte an die IAAF gewandt, Stepanowa ein Startrecht bei der EM unter neutraler Flagge in Amsterdam einzuräumen.

"Whistleblower dürfen in der Welt des Sports nicht als Nestbeschmutzer angesehen und verstoßen werden, im Gegenteil: Ihr Insiderwissen ist für eine erfolgreiche Dopingbekämpfung unverzichtbar, so dass es fatal wäre, ihnen die Tür in die Sportwelt zuzuschlagen", sagte Freitag, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ist.

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