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Betty Heidler gewann bereits drei WM-Medaillen
Betty Heidler erreicht souverän das Hammerwurf-Finale © Getty Images

Pflichtaufgaben erledigt, nun soll die Kür folgen: Die starken deutschen Frauen um Hammerwerferin Betty Heidler kämpfen bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam um die Medaillen. Team-Kapitänin Heidler zog ebenso souverän ins Finale (Freitag, 18.10 Uhr) ein wie die Diskus-Asse Julia Fischer und Nadine Müller.

"Als Kapitänin kann man sich keine Blöße geben", sagte Heidler, die nach ihren 71,46 sichtlich erleichtert war, die Quali ohne Probleme gemeistert zu haben: "Ich war extrem nervös." Für das Finale schaltet die Ex-Weltmeisterin jetzt in den Angriffsmodus. "Ich bin nicht zum Spaß hier und will zeigen, was ich drauf habe", sagte sie: "Wenn ich meine Leistung abrufe, ist eine Medaille drin."

Ohne Wackler schafften es auch Fischer (66,20) und Müller (64,75) in ihr Finale (Freitag, 20.15 Uhr). "Das war ein schöner, ruhiger Wurf. Das hat sich gar nicht wie 66 m angefühlt", sagte Fischer, die Freundin von Diskus-Star Robert Harting, nach ihrem beeindruckenden Auftritt auf dem Museumsplein mitten in der Stadt. Die Berlinerin schwärmte danach von einer "traumhaften Kulisse. Von mir aus können wir das immer so machen." Im Finale "werde ich alles geben."

Allerdings bekommen es die starken deutschen Frauen auch in Abwesenheit der gesperrten russischen Athleten mit richtig guter Konkurrenz zu tun. Im Hammerwerfen gilt Weltrekordlerin und Titelverteidigerin Anita Wlodarczyk (Polen) als Top-Favoritin, mit dem Diskus scheint die Kroatien Sandra Perkovic auf Gold abonniert.

Einen bitteren EM-Start erlebte hingegen Hammerwerferin Kathrin Klaas. Die Frankfurterin kam angeschlagen nicht über enttäuschende 64,39 m hinaus und damit deutlich unter ihrer Saisonbestleistung (71,78) - über drei Meter fehlten ihr zum Finale. Charlene Woitha (Berlin) zahlte bei ihrer ersten großen Meisterschaft Lehrgeld und muss nach 64,90 m die Heimreise antreten.

Einen entspannten Vormittag verbrachte Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch. Die Stuttgarterin übersprang 1,89 m im ersten Versuch und qualifizierte sich auch ohne die geforderte Höhe von 1,92 m für den Kampf um die Medaillen am Donnerstag (17.30 Uhr/ARD).

Die deutschen Hürdensprinterinnen um Vize-Weltmeisterin Cindy Roleder durften sogar ganz im Hotel bleiben, das Trio musste den erbrachten Vorleistungen nicht zu den Vorläufen antreten und zog ebenso direkt in die Halbfinals ein wie die Sprinter Julian Reus (100 m), Gina Lückenkemper und Lisa Mayer (200 m) sowie Ruth Sophia Spelmeyer (400 m). Lukas Jakubczyk kam mit 10,35 Sekunden in die nächste Runde über 100 m.

Auch Alexander Gladitz (46,28/Hannover) und Johannes Trefz (47,32/München) schafften es über 400 m in die nächste Runde. Im Weitsprung erreichte Fabian Heinle (Stuttgart) mit windunterstützten 8,11 m das Finale (Donnerstag, 18.20 Uhr), für den deutschen Meister Alyn Camara (Leverkusen) war nach 7,66 m Endstation.

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