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Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigt den Ausschluss von 68 russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen. Jetzt ist das IOC am Zug.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss von 68 russischen Leichtathleten durch den Weltverband IAAF für rechtmäßig erklärt. Das gab die höchste sportrechtliche Instanz am Donnerstag bekannt.

Einen entsprechenden Einspruch der 68 Athleten und des russischen NOK lehnte der CAS ab. Eine Urteilsbegründung gab es wegen der "Dringlichkeit der Sache" zunächst nicht, sie soll "so schnell wie möglich" nachgereicht werden.

Russland bedauert Urteil

Ich kann nichts anderes ausdrücken als Bedauern", sagte der russische Sportminister Witali Mutko in einer ersten Stellungnahme direkt nach der Veröffentlichung des Urteils: "Wir werden nun unsere nächsten Schritte beraten. Ich denke, die Entscheidung ist auch politisch motivitiert und hat keine rechtliche Grundlage."

Auch der Kreml äußerte sich entsprechend. "Die Idee einer kollektiven Schuld ist aus unserer Sicht nur schwer zu akzeptieren", sagte Dimitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin.

Die IAAF begrüßte dagegen die Entscheidung, der CAS habe mit seiner Entscheidung "Chancengleichheit geschaffen". IAAF-Präsident Sebastian Coe betonte dennoch, dass "dies kein Tag für triumphale Statements" sei.

Die IAAF hatte den russischen Leichtathletik-Verband RUSAF am 13. November 2015 wegen massiver Dopingverfehlungen suspendiert. Der Ausschluss war zuletzt am 17. Juni bestätigt worden.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA begrüßte die Entscheidung des CAS und forderte das IOC auf, in der Diskussion über einen generellen Olympia-Ausschluss Russlands "sehr genau seine Verantwortlichkeiten zu bedenken und gemäß der Olympischen Charta zu entscheiden".

Sehr viel deutlicher positionierte sich die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA. "Es ist eine traurige Situation für die russischen Athleten, die für die Taten anderen bestraft werden, aber es ist die richtige Entscheidung", sagte USADA-Chef Travis Tygart, "wir hoffen, dass das IOC diese Entscheidung mitträgt." 

IOC äußert sich kommenden Dienstag

Das Urteil gilt als wegweisend für eine Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bezüglich einer Sperre aller russischen Sportler für die Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Das IOC will sich bis zum kommenden Dienstag äußern. Das IOC wollte die Bestätigung der Aussperrung der russischen Athleten allerdings nicht kommentieren.

"Wir müssen nun die vollständige Urteilsbegründung studieren und analysieren", hieß es in einem Statement.

Die Protagonisten des Leichtathletik-Skandals

Demnach erhielten nur russische Leichtathleten für die Olympischen Spiele und andere internationale Wettkämpfe eine Startberechtigung, die nachweislich im Ausland lebten und nicht dem russischen Dopingsystem unterstanden.

Zwei Ausnahmegenehmigungen

Ausnahmegenehmigungen wurden nur der in den USA lebenden Weitspringerin Darja Klischina und Kronzeugin Julija Stepanowa erteilt. Alle anderen russischen Leichtathleten, darunter Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa, blieben gesperrt und klagten dagegen.

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