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ATHLETICS-BEL-DIAMOND-LEAGUE
Elaine Thompson zeigte auch in Brüssel ihre Klasse © Getty Images

Elaine Thompson demonstiert beim Diamond-League-Abschluss in Brüssel, wer die schnellste Frau der Welt ist. 800-m-Olympiasiegerin Semenya kann es auch über die halbe Distanz.

Jamaikas Sprint-Queen Elaine Thompson bleibt die mit Abstand schnellste Frau der Welt, Südafrikas 800-m-Olympasiegerin Caster Semenya düpierte beim Ausflug auf die halbe Distanz die Spezialistinnen: Während Thompson auch beim Diamond-League-Finale in Brüssel über 100 m in 10,72 Sekunden in einer anderen Liga lief, deutete die umstrittene Semenya über 400 m mit Sieg und Bestzeit von 50,40 Sekunden an, was sie über die Stadionrunde leisten kann.

Harris bricht Schallmauer

Beim Abschluss der Preisgeld-Hatz über 14 Stationen im altehrwürdigen König-Baudouin-Stadion sorgte derweil US-Stabhochspringerin Sandi Morris für das spektakulärste Ergebnis: Die Olympiazweite übersprang 5,00 m und blieb damit als erst zweite Leichtathletin nach Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (Russland/5,06) im Freien über der magischen Fünf-Meter-Marke.

Die Äthiopierin Almaz Ayana scheiterte über 5000 m in 14:18,89 Minuten deutlich am Weltrekord (14:11,15), nachdem sie bei Olympia in Rio die Weltbestmarke über die doppelte Distanz pulverisiert hatte.

Für die wertvollste Leistung des Abends sorgte die amerikanische  Doppel-Olympiasiegerin Thompson war zuvor bei leichtem Rückenwind bis auf zwei Hundertstel an ihre Saisonbestmarke herangekommen. "Ehrlich gesagt wollte ich dieses Jahr ein wenig schneller sein", sagte die 24-Jährige, "aber jetzt kann ich nach einer wundervollen Saison mit einem Lächeln nach Hause fahren."

Schippers kann nicht mithalten

Hinter Thompson, die in Rio über 100 und 200 m triumphiert hatte, landete Europameisterin Dafne Schippers (Niederlande/10,97) mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Dritte wurde Thompsons Landsfrau Christania Williams (11,09).

Im Rennen über 400 m rollte Semenya nach verhaltenem Start das Feld von hinten auf und düpierte die Spezialistinen um Staffel-Olympiasiegerin Courtney Okolo (USA) und Staffel-Weltmeisterin Stephenie Ann McPherson (Jamaika/beide 50,51). "Das war schon ein ziemlich freches Rennen. Ich musste von hinten kommen, weil ich diese Distanz nicht gewohnt bin", sagte die 25-Jährige.

Semenya hatte sich nach einigen Problemen in den vergangenen Jahren in dieser Saison eindrucksvoll zurückgemeldet. Ihre Leistungen werden aber von einer Debatte um ihr Geschlecht überschattet. Nach ihrem WM-Titel 2009 hatte sie sich einem Geschlechtertest unterziehen müssen, die Ergebnisse wurden vom Weltverband IAAF nie veröffentlicht.

DLV mit Mini-Aufgebot

Die deutschen Leichtathleten waren in Brüssel nur noch mit einem Trio vertreten. Über 100 m Hürden lag Nadine Hildebrand (Sindelfingen/12,83) als Dritte beim Sieg der Amerikanerin Jasmin Stowers (12,78) überraschend vor der viertplatzierten Europameisterin Cindy Roleder (Leipzig/12,91). Im Stabhochsprung wurde Vize-Europameisterin Lisa Ryzih (Ludwigshafen) mit 4,52 m Vierte.  

Die weiteren deutschen Stars hatten sich bereits in den Urlaub oder in den Ruhestand verabschiedet. So fehlten im Diskuswerfen die beiden Olympiasieger Christoph Harting und Robert Harting - der Sieg ging an den Schweden Daniel Stahl (65,78 m) vor Polens Weltmeister Piotr Malachowski (Polen/65,27).

Die Konkurrenz der Speerwerferinnen ging ohne Weltmeisterin Katharina Molitor (Saisonende) sowie Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll (Rücktritt) über die Bühne - es siegte die Lettin Madara Palameika mit Landesrekord (66,18 m).

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