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Witali Mutko ist seit 2009 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees © Getty Images

Russlands Vize-Premierminister Witali Mutko liefert seine eigene Begründung für die durch den McLaren-Bericht öffentlich gewordenen positiven Dopingtests russischer Sportler.

Für den russischen Vize-Premierminister Witali Mutko könnte Sex für die auffälligen Dopingtests zweier Eishockeyspielerinnen verantwortlich sein.

WADA-Chefermittler Richard McLaren hatte in seinem Bericht unter anderem erklärt, dass in den Proben zweier russischer Eishockeyspielerinnen männliche DNA gefunden wurden. McLaren erklärte dies mit Manipulationen.

"Wenn man fünf Tage vor einem Dopingtest Sex hat, kann man männliche DNA finden", sagte Mutko in der Sport-Tageszeitung Sport-Express.

Für den Anti-Doping-Experten Fritz Sörgel eine nicht unbedingt realistische Begründung.

"In Russland scheint die Gewinnung der Dopingprobe recht häufig erheblichen Störfaktoren - in diesem Fall also vorausgegangenem Geschlechtsverkehr - ausgesetzt zu sein", sagte Sörgel ironisch.

"Die Wege der Kontamination einer Urinprobe mit DNA in nachweisbaren Mengen können ja nur durch direkten Kontakt der äußeren Teils des Harntraktes zustande kommen - was in der Urologie durchaus bekannt ist. Aber die 'russische Dopingprobe' setzt auch ein doch recht unhygienisches Verhalten voraus. Ein beim Training stark transpirierender Leistungssportler wird sich ja wohl mindestens einmal pro Tag waschen müssen und dann sind Reste des Spermas weg."

Mutko verwies zudem auf die Fälle des Stabhochsprung-Weltmeisters Shawn Barber und des Tennis-Spielers Richard Gasquet. Beide waren positiv auf Kokain getestet worden, später allerdings freigesprochen worden. Sie hatten nachgewiesen, dass sie durch Küssen mit der Droge in Kontakt gekommen waren.

"Ausländische Athleten dürfen wieder starten, russische werden bestraft", klagte Mutko.

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