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Zehn Sekunden für die Ewigkeit: Armin Hary holt 1960 in Rom Olympisches Gold über die 100m © Getty Images

Deutschlands Sprint-Legende Armin Hary wird 80. Als Weltrekordler rannte er zu ewigem Ruhm, heute macht er sogar Usain Bolt eine Kampfansage.

Deutschlands Sprint-Legende Armin Hary feiert am Mittwoch ihren 80. Geburtstag - und macht prompt Sprint-Star Usain Bolt eine Kampfansage.

"Bolt wäre zu meiner Zeit nicht in Erscheinung getreten. Auf Asche wäre er mit seiner Statur völlig untergegangen, denn er wäre die ersten 50 Meter gar nicht auf Touren gekommen. Ich hätte mich gerne auf Tartan gemessen", sagte Hary gegenüber der Bild-Zeitung.

Angesichts der Leistungen des achtmaligen Olympiasiegers Bolt ist er eher skeptisch. "Ich kann ja nichts beweisen. Nur so viel: Rom 1960 waren die letzten richtigen Olympischen Spiele, ohne Kommerz und Doping", sagte Hary der Sport Bild. Er habe dennoch größten Respekt vor Bolts Leistung: "Auch vor seinem Show-Talent. Ohne ihn wäre die Leichtathletik tot."

Bei einem direkten Duell mit Bolt hätte sich Hary in seiner besten Zeit gute Chancen eingeräumt, vor allem auf Asche: "Die hätte ihm bei seiner Größe gar nicht gelegen. Da wäre er im Boden versackt. Ich schätze, er wäre 10,5 Sekunden gelaufen – auf Asche hätte ich ihn schlagen können."

In 10,0 zu ewigem Ruhm

Beim Leichtathletik-Meeting im Zürcher Letzigrund am 21. Juni 1960 war Hary eine offizielle Sensation gelungen: Im Wiederholungslauf nach einem angeblichen Fehlstart lief er die 100 Meter in neuer Weltrekordzeit von 10,0 Sekunden – auf einer Aschenbahn. Seitdem ist er eine Legende des deutschen Sports.

Nur 72 Tage später holte der damals 23-Jährige in Rom als bisher einziger Deutscher Olympiagold über 100 Meter, eine Woche später auch mit der 4x100-m-Staffel. Bis heute ist er der letzter europäische Weltrekordler über die 100-Meter-Distanz.

"Gewinnen ist alles"

Die Leichtathletik interessiert ihn nach wie vor, aber "es macht keinen Spaß mehr", sagt Hary: "Es knistert nicht mehr."

Und er geht mit seinen Nachfolgern hart ins Gericht. "Bei Olympia dabei zu sein, kann doch nicht alles sein. Gewinnen ist alles. Ich kann doch nicht zu den Spielen fahren und dann da Urlaub machen", sagt er: "Ich wollte in Rom allen zeigen und gewinnen. Schluss. Aus."

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