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2016 TCS New York City Marathon
31 deutsche Athleten haben zugegeben mit Anabolika gedopt zu haben © Getty Images

31 deutsche Leichtathleten geben in einer an der Universität Hamburg erstellten Doktorarbeit zu, Ende der 60er und 80er Jahre Anabolika genommen zu haben.

Eine unveröffentlichte Doktorarbeit an der Universität Hamburg gibt Hinweise auf flächendeckendes Doping in der bundesdeutschen Leichtathletik zwischen Ende der 60er und den späten 80er Jahren. Demnach sollen 31 ehemalige männliche Top-Athleten zugegeben haben, während ihrer aktiven Zeit zum Teil über viele Jahre anabole Steroide eingenommen zu haben.

Die Dissertation stammt vom Pharmazeuten Simon Krivec, die ARD-Dopingredaktion berichtete am Samstag in der Sportschau darüber. Von 121 angeschriebenen Leichtathleten haben laut Krivec 61 geantwortet.

Rezepte wurden von Krankenkassen bezahlt

Die bevorzugten Medikamente waren demnach Dianabol und Stromba. Sie wurden häufig über Rezept bezogen. Bis auf wenige Ausnahmen seien die ausgestellten Rezepte von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt worden. In einem Fall seien im gesamten Jahr 1974 Mengen bis zu 5000 Milligramm Dianabol konsumiert worden, was rund 1000 Tabletten entspräche. Die Zeiträume der Anabolika-Einnahme erstreckten sich auf bis zu zwölf Jahre.

Den angeschriebenen Leichtathleten wurde Anonymität zugesichert, der dreimalige deutsche Diskusmeister Klaus-Peter Hennig war jedoch mit der Veröffentlichung seines Namens einverstanden. Die Identität und das sportliche Niveau der weiteren Athleten sind nicht bekannt.

Der zweimalige Olympia-Teilnehmer Hennig erklärte in dem ARD-Beitrag seinen Zwiespalt: "Auf der einen Seite will ich selber Leistung verbessern, hohe Leistung schaffen. Die Olympiateilnahme schaffen. Auf der anderen Seite weiß ich, dass das ohne unterstützende Mittel eigentlich nicht geht."

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