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Papa Massata Diack übt schwere Vorwürfe gegen die französischen Behörden © Getty Images

Papa Massata Diack, Sohn des Skandal-Funktionärs Lamine Diack, wirft den französischen Behörden vor, seinen Vater "als Geisel" zu halten. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Papa Massata Diack sagte der Nachrichtenagentur AFP in seiner Heimat Senegal: "Man will ihn nicht einmal auf Kaution freilassen. Sie wollen ihn psychologisch brechen."

Lamine Diack, ehemaliger Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und früheres IOC-Mitglied, steht in Frankreich wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche unter Hausarrest. Unter seiner Präsidentschaft wurden in der IAAF Dopingfälle gegen Bezahlung vertuscht. Außerdem untersuchen französische Ermittler die Verstrickungen der Familie Diack in einen möglichen Korruptionsskandal um die Vergabe der Sommerspiele 2016 nach Rio de Janeiro und 2020 nach Tokio.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sprach von "ernsthaften Vorwürfen" und wies darauf hin, dass die Ringe-Organisation in dem laufenden Verfahren als Zivilkläger weiterhin verpflichtet sei, den Vorgang aufzuklären und die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft fortzusetzen.

Papa Massata Diack bezeichnete die Anschuldigungen gegen ihn, die am Freitag von der französischen Tageszeitung Le Monde veröffentlicht worden waren, als "Hexenjagd". Rio habe fair gewonnen, sagte Diack, der von der IAAF-Ethikkommission wegen Korruption lebenslang gesperrt ist.

An der Millionen-Zahlung des brasilianischen Geschäftsmannes Cesar Menezes Soares Filho auf Diacks Konto, drei Tage vor der Vergabe der Olympischen Spiele an Rio, sei nichts auszusetzen. "Die brasilianische Firma war ein Kunde", sagte Diack.

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