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Rio-Siegerin Vanessa Low startet in Zukunft für Australien
Rio-Siegerin Vanessa Low startet in Zukunft für Australien © Getty Images

Der deutsche Behindertensport verliert eines seiner Aushängeschilder. Weitsprung-Weltrekordlerin Vanessa Low ändert ihre Staatsbürgerschaft.

Weitsprung-Weltrekordlerin Vanessa Low (Leverkusen) wird in Zukunft nicht mehr für den Deutschen Behindertensportverband (DBS) an den Start gehen.

Wie der Verband mitteilte, wird die Paralympics-Siegerin von Rio de Janeiro die australische Staatsbürgerschaft annehmen. Nach ihrem Gold-Triumph von Brasilien war die beidseitig oberschenkelamputierte 26-Jährige bereits zu ihrem ihrem Freund, dem paralympischen Leichtathleten Scott Reardon, gezogen.

Bessere Möglichkeiten durch Wechsel

Durch ihren Nationenwechsel verspricht sich die gebürtige Schwerinerin bessere Möglichkeiten, die dortigen Sportstätten zu nutzen. "Der Wechsel nach Australien ist notwendig, weil ich dort sonst kaum Trainingsmöglichkeiten hätte", sagte Low.

Die Fortsetzung ihrer bislang erfolgreichen Karriere wäre ohne den Wechsel gefährdet gewesen. In Rio hatte sie für Deutschland neben dem Weitsprung-Gold mit Weltrekordweite von 4,93 m in der Klasse T42 auch Silber über die 100 m gewonnen.

DBS verliert Aushängeschild

Der DBS zeigte sich enttäuscht: "Natürlich sind wir traurig über diesen Schritt, und wir verlieren leider eine Ausnahmeathletin und eines unserer Aushängeschilder, ein Gesicht unserer Deutschen Paralympischen Mannschaft", teilten DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und Vizepräsident Leistungssport Dr. Karl Quade gemeinsam mit: "Wir wollten ihr keine Steine in den Weg legen und wünschen ihr für ihre private und sportliche Zukunft viel Erfolg und alles erdenklich Gute."

Am kommenden Freitag wird Low beim 7. Integrativen Sportfest ihres bisherigen Vereins Bayer 04 Leverkusen ein letztes Mal an den Start gehen.

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