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16th IAAF World Athletics Championships London 2017 - Day Nine
Marie-Laurence Jungfleisch muss sich ohne Medaille aus London verabschieden © Getty Images

Marie-Laurence Jungfleisch verabschiedet sich ohne die erhoffte Medaille aus London. Auch die deutschen Sprinterinnen landen auf auf einem undankbaren Platz.

Die deutsche Hochsprung-Meisterin Marie-Laurence Jungfleisch (Stuttgart) hat bei der Leichtathletik-WM in London die Bronzemedaille knapp verpasst.

Die 26-Jährige kam beim Sieg der russischen Topfavoritin und Titelverteidigerin Maria Lasizkene, die als neutrale Athletin Gold gewann, mit 1,95 m auf Platz vier. Auch die hoch gehandelte deutsche Frauen-Staffel landete über 4x100 Meter nur auf dem vierten Rang. 

Jungfleisch scheiterte dreimal an 1,97 m. Die Polin Kamila Licwinko schaffte diese Höhe im dritten Versuch - hätte sie gerissen, wäre Jungfleisch Dritte geworden. Als bisher letzte deutsche Hochspringerin hat Ariane Friedrich 2009 in Berlin mit Bronze eine WM-Medaille gewonnen.

Lasizkene, die im ersten Anlauf 2,03 m übersprang und danach auf Rekordjagd ging, siegte nach hartem Kampf vor der erst 19 Jahre alten Ukrainerin Julia Lewtschenko (2,01). 

Licwinko, die nach dem knapp vermiedenen Aus noch 1,99 m im ersten Versuch meisterte, holte Bronze. Olympiasiegerin Ruth Beitia (Spanien) kam nicht über 1,88 m hinaus, die 38-Jährige belegte damit nur Platz elf.

Die 24 Jahre alte Lasizkene sicherte sich ihr zweites WM-Gold und dem "russischen" Team den ersten Sieg bei den Titelkämpfen, im Vorfeld hatte sie schon 2,06 m gemeistert.  

Lasizkene, die unter ihrem Mädchennamen Kutschina 2015 in Peking gewonnen hatte, war wie 18 weitere Russen vom Weltverband IAAF mit einer Ausnahmegenehmigung für den Start in London ausgestattet worden, weil sie nachweisen konnte, dass sie nicht Teil des staatlichen Dopingsystems in ihrer Heimat war. Hürdensprinter Sergej Schubenkow, Weitspringerin Darja Klischina und Hammerwerfer Waleri Pronkin hatten zuvor jeweils Silber geholt. 

Auch für Sprint-Staffel bleibt nur Blech

Die deutschen Sprinterinnen lief nur knapp an einer Medaille über 4x100 m vorbei. 

Gina Lückenkemper (Dortmund), Tatjana Pinto (Paderborn), Lisa Mayer (Wetzlar) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge) kamen beim Sieg der US-Staffel in 42,36 Sekunden auf Platz vier in Ziel - Bronze verpassten sie um 17 Hundertstelsekunden.

Die Olympiasiegerinnen und Weltrekordlerinnen aus den USA (41,82) mit 100-m-Weltmeisterin Tori Bowie als Schlussläuferin setzten sich vor Großbritannien (42,12) durch, Dritte wurden die Läuferinnen aus Jamaika (42,19).

Die Jamaikanerinnen hatten 2013 und 2015 Gold geholt, waren aber nun ohne ihre formschwache Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson chancenlos. Thompson hatte über 100 m nur Platz fünf belegt, es blieb ihr letzter Einsatz in London.

Das DLV-Quartett um Lückenkemper, die im WM-Vorlauf über 100 m in 10,95 als erste deutsche Läuferin seit 26 Jahren unter elf Sekunden gelaufen ist, war mit Medaillenhoffnungen nach London gereist. Im April hatte die Sprint-Auswahl bei den inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaften auf den Bahamas gesiegt.

Die zuvor letzte Medaille für eine deutsche 4x100-m-Staffel hatte es bei der WM 2009 in Berlin mit Bronze gegeben.

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