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München - Das deutsche Team schließt die Vorrunde der Baseball-EM ab. Der einstige MLB-Star Dennis Cook trainiert Gegner Schweden.

Von Matthias Ondracek

Das Finale der Major League Baseball im Jahr 2000 ist in die Geschichte eingegangen. Erstmals nach fast 50 Jahren trafen sich zwei Teams aus New York in der World Series.

Das Endspiel gilt als eines der knappsten überhaupt. Kein Spiel der Serie endete mit mehr als zwei Punkten Unterschied. Am Ende setzten sich die favorisierten Yankees in der sogenannten Subway Series mit 4:1 durch und sicherten sich zum dritten Mal in Folge den Titel in der MLB.

Auf Seiten der unterlegenen Mets stand Relief Pitcher Dennis Cook. Der Linkshänder hatte mit den Florida Marlins 1997 als einer der wenigen im Kader bereits den Titel in der besten Baseball-Liga der Welt gewonnen.

An der Pleite gegen den Stadtrivalen konnte der Routinier aber auch nichts ändern. Insgesamt absolvierte Cook in 15 Spielzeiten 665 Partien in der MLB und verbuchte 64 Wins in seiner Karriere. Der World-Series-Titel mit Florida blieb sein einziger. 2002 hing der Texaner seinen Handschuh an den Nagel.

Drittes großes Turnier als Schwedens Coach

In diesen Tagen weilt der Major-League-Veteran bei der Baseball-Europameisterschaft in Regensburg.

Der 51-Jährige fungiert seit drei Jahren als Head Coach der schwedischen Nationalmannschaft. Die EM 2014 ist für Cook das dritte große Turnier in Europa. Während dieser Zeit lernte der Ex-Profi den Baseball auf dem Alten Kontinent kennen.

"Natürlich sind die Italiener und die Niederländer immer gut, wie die Deutschen. Aber ich denke, auch die mittleren Teams werden immer besser. Die Franzosen, die Briten und die Tschechen beispielsweise steigern sich immer weiter und können mehr und mehr mit der Spitze konkurrieren. Das ist auf jeden Fall sehr positiv für den europäischen Baseball", schildert Cook seine Eindrücke.

Nur Gutes über die EM zu berichten

In seiner Heimat USA hat der Sport freilich einen anderen Stellenwert. Schon im frühen Kindesalter schwingt der Nachwuchs den Schläger. Für Cook ist dies auch der Hauptunterschied zum Niveau in Europa: "Ich denke, die Kids in den USA sind besser, weil sie mehr spielen. Außerdem gibt es in Amerika mehr Baseballer, also ist der Talente-Pool natürlich größer."

Baseball genießt in den USA seit vielen Jahrzehnten Volkssport-Status. In den Sommermonaten sind die Stadien mit bis zu 50.000 Zuschauern allerorts prall gefüllt. Zu den Spielen der Europameisterschaft verirrten sich vergleichsweise in etwa 1500 Fans täglich ins Stadion der heimischen Buchbinder Legionäre.

Über den EM-Ausrichterort Regensburg weiß Cook nur Gutes zu berichten. "Es ist ein wunderschönes Stadion. Die Jungs machen einen hervorragenden Job. Das Feld ist in einem super Zustand. Die ganze Anlage ist toll. Es gibt nicht als Gutes über Regensburg zu sagen", erklärt Cook.

Cooks Schweden fordern deutsches Team

Am letzten Vorrundenspieltag trifft der Ex-Major-Leaguer mit den Nordeuropäern auf Gastgeber Deutschland. Seit 2010 hält der World-Series-Champion von 1997 das Zepter bei den Schweden in der Hand.

"Als ich das Angebot erhielt, habe ich mich sehr gefreut. Und ich freue mich noch immer jedes Jahr, wenn ich nach Europa komme und den Jungs zusehe. Ich genieße meine Arbeit wirklich", sagt Cook. Für die schwedische Mannschaft verlief das Turnier bisher alles andere als zufriedenstellend.

Noch kein Spiel konnten die Skandinavier, die bei den letzten beiden Auflagen jeweils die Top sechs erreichten, in diesem Jahr gewinnen.

"Es war bisher ein ziemlich hartes Turnier für uns. Ich dachte, wir waren heute ein bisschen wettbewerbsfähiger. Wir haben besser geschlagen. Spät im Spiel hat unser junges Pitching sehr gut geworfen. Das macht mich stolz. Alle drei haben ihre Sache sehr gut gemacht", konstatierte Cook nach der jüngsten 3:8-Pleite der Schweden gegen Frankreich am Montag.

Deutschland plant für die Hauptrunde

Besser verläuft die Heim-EM für die deutsche Nationalmannschaft. Die Auswahl des Deutschen Baseball- und Softball-Verbands rangiert mit einer Bilanz von 2:2-Siegen auf Platz drei der Vorrundengruppe A. Die Mannschaft von Bundestrainer Greg Frady kann damit für die Hauptrunde im tschechischen Brno planen.

Dort geht die Europameisterschaft ab Donnerstag in die entscheidende Phase. Für Cook und sein Team geht es gegen Deutschland in erster Linie darum, sich für die Abstiegsrunde warm zuspielen.

"Wir denken von Spiel zu Spiel. Gegen Deutschland werden wir so gut spielen, wie wir können und hoffentlich einen Weg finden, die Partie zu gewinnen. Und dann sehen wir weiter", sagt Schwedens Trainer.

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