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Der "Champion des Jahres" wird von Kollegen auf Händen getragen. Eric Frenzel erlebt einen weiteren Höhepunkt eines überragenden Jahres.

Vom Champion des Jahres berichtet Julian Meißner

Hurghada? Als der verdiente Sieger die Trophäe in die Höhe reckte, wusste man nicht, was heller erstrahlte: das Feuerwerk im wolkenlosen Nachthimmel über der Küste nahe Hurghada oder das Funkeln in den Augen Eric Frenzels (NEWS: Frenzel ist Champion des Jahres).

"Ich bin überglücklich und megastolz", sagte der "Champion des Jahres" 2014: "Es ist eine Riesenehre für mich. Ich habe hier eine sehr schöne Woche mit einem krönenden Abschluss erlebt. Ich wünschte, sie würde nie zu Ende gehen."

Minuten später nahm die Party am Roten Meer ihren Lauf. Zu lauten Disco-Beats und unter dem Jubel von Deutschlands Sport-Elite wurde Frenzel auf Händen durch die Bar des Robinson Club Soma Bay getragen.

Im dritten Anlauf

Zum dritten Mal war der 25-jährige Nordische Kombinierer aus Oberwiesenthal beim "Champion des Jahres" unter den fünf Nominierten ? und diesmal langte es endlich für den ganz großen Wurf.

Frenzel hatte bei Olympia in Sotschi Gold von der Normalschanze und Silber mit dem Team gewonnen sowie sich danach zum zweiten Mal den Gesamtweltcup gesichert. Hinzu kamen die Hochzeit mit seiner Frau Laura und nun das. "2014 war ein besonderes Jahr. Es hat sich alles überschlagen", sagte er.

Hohe Wertschätzung

Vorjahressiegerin Christina Obergföll hatte es spannend gemacht in ihrer Laudatio und ihren Nachfolger lange zappeln lassen, bis schlussendlich unter tosendem Beifall sein Name fiel.

Der seit dem Jahr 2000 von der Stiftung Deutsche Sporthilfe und ihren Partnern vergebene Preis, das erklärten die Sportler die Woche über unisono, genießt unter ihnen eine ungemein hohe Wertschätzung - weil eben nicht die Fans oder Medien abstimmen, sondern die Sportler selbst.

73 Topathleten waren der Einladung nach Hurghada gefolgt und wahlberechtigt, darunter auch die "Champions" der vergangenen Jahre. Zuvor hatten rund 3800 von der Sporthilfe geförderte Athleten fünf Sportler per Online-Voting in die Endauswahl genommen.

Neben Frenzel waren Sebastian Brendel (Kanu), Patrick Hausding (Wasserspringen), Felix Loch (Rodeln) und Kristina Vogel (Bahnrad) in der engeren Auswahl gewesen. Von ihnen neidete aber passend zur gelösten Stimmung unter dem Sportlervolk niemand Frenzel seinen Erfolg. Irgendwie durften sie alle sich als Gewinner fühlen.

Kein Neid unter den Sportlern

Und so wollte Vogel, die sich im März in Kolumbien zur dreifachen Weltmeisterin gekürt hatte, auch nicht von Enttäuschung sprechen. "Natürlich will man als Leistungssportler immer gewinnen, aber alles ist gut. Eric hat es sowas von verdient", sagte sie zu SPORT1.

Die stets gut gelaunte Erfurterin hatte die Woche genutzt und auf dem mitgebrachten Rennrad unter der sengenden Sonne bei 40 Grad im Schatten fleißig trainiert. Und nach der Ägyptenreise ist sie gerade einmal einen Tag zu Hause, um dann ins Trainingslager nach Cottbus aufzubrechen.

"Das ist gerade genug, um einmal zu waschen und die Tasche neu zu packen", erzählte sie lachend.

Rauschende Partynacht

Schließlich stehen die Europameisterschaft auf Guadeloupe und dann der erste Weltcup der Saison in Mexiko bereits wieder vor der Tür.

Und so zerstreuten sich die deutschen Sportgrößen am Dienstagmorgen nach der rauschenden Partynacht von Hurghada aus wieder in alle Winde.

Allesamt hatten sie eine erholsame und spannende Woche hinter sich, gesunden Teint aufgelegt und bestimmt das eine oder andere Sandkorn im Gepäck.

Beim strahlenden Sieger Eric Frenzel reiste zudem eine Trophäe mit, die ihn noch lange an die magische Nacht in Soma Bay und sein überragendes Jahr 2014 erinnern wird.

Eric Frenzel (Nordische Kombination)

Geb.: 21. November 1988 / Wohnort: Geyer

Erfolge: Olympiasieger und Olympia-Silber, zweifacher Weltmeister / sieben WM-Medaillen, zweifacher Gesamt-Weltcupsieger

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