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Der neu gegründete Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat klare Regelungen für staatliche und private Wettbewerber im deutschen Sportwettenmarkt gefordert.

Zudem will der Verband entschieden gegen Spielmanipulationen, Spielsucht und den Schwarzmarkt vorgehen. Das teilte der DSWV bei seiner Gründungs-Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin mit.

"Wir brauchen Rechtssicherheit. Es gab in den vergangenen Jahren permanent Konflikte, und wir sind weit von einem Rechtsfrieden entfernt. Wir wollen den Dialog eröffnen und versuchen, verbesserte Bedingungen zu erzielen", sagte Verbandspräsident Mathias Dahms: "Wir fordern Regelungen, die sich an den erfolgreichen Modellen in anderen Ländern orientieren."

Bei der Verbandsgründung im Haus der Bundespressekonferenz der Hauptstadt kritisierte Dahms die derzeitige Rechtsunsicherheit. "Diese Situation ist unhaltbar. Unser Ziel ist es, die Rechtslage zu befrieden und die Sportwette sicher zu machen. Sicher für Verbraucher und Anbieter", sagte Dahms. Unterstützung erhält der Verband dabei unter anderem von FDP-Vize Wolfgang Kubicki: "Der Druck muss erhöht werden, sonst wird es keine Bewegung geben. Je mehr sich gemeinsam aus der Branche melden, umso besser ist es."

Hintergrund der Verbandsgründung ist die Öffnung des deutschen Sportwettenmarktes für private Anbieter. Die Abkehr vom staatlichen Wettmonopol in Deutschland wurde maßgeblich durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs in den Jahren 2006 und 2010 angestoßen. In vielen EU-Staaten verfügen private Anbieter bereits über Sportwettenlizenzen, in Deutschland scheiterten entsprechende Versuche bisher.

Bundesweit rechtswirksame Sportwetten-Lizenzen wurden bisher nicht erteilt. Leidtragende sind laut DSWV nicht nur die Anbieter und Verbraucher, sondern "auch der deutsche Sport, dem dadurch erhebliche Sponsoring- und Werbeerträge entgehen", betonte Dahms.

Vor diesem Hintergrund haben sich elf deutsche und europäische Sportwettenanbieter zum DSWV zusammengeschlossen, um sich künftig für "eine moderne, wettbewerbsorientierte und rechtssichere Sportwettenregulierung einzusetzen", hieß es in einer Mitteilung. "Wir haben drei Jahre an der Gründung gearbeitet. Wir verstehen uns als Ansprechpartner für alle Fragen zu Sportwetten", sagte Dahms: "Wir sind das zentrale Sprachrohr der Sportwettbranche in Deutschland und laden alle zum Dialog mit uns ein."

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