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Rolf Beilschmidt ist Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zeigt sich offen im Falle einer Stasi-Überprüfung von Rolf Beilschmidt.

Der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen hatte erklärt, dass für ihn bei der Bewertung seiner Vergangenheit die Meinung der DOSB-Stasi-Kommission wichtig sei.

Am Wochenende war in einigen Medien zu lesen, dass der frühere Hochspringer (2,31 m) auch über 1981 hinaus bis 1989 als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit geführt wurde.

"Selbstverständlich können unsere Mitgliedsorganisationen die unabhängige Kommission in solchen Fragen anrufen", teilte DOSB-Sprecher Christian Klaue mit. Die Kommission erhält Akteneinsicht, berät über eine Vorladung und spricht am Ende eine Empfehlung für das Präsidium des DOSB aus.

"Ganz, ganz wichtig für mich ist die Bewertung meiner Vergangenheit durch die DOSB-Stasi-Kommission", sagte Beilschmidt der "Thüringer Allgemeinen" und fügte an: "Entscheidend ist natürlich auch, wie die Leute zu mir stehen, die all die Jahrzehnte mit mir zusammengearbeitet haben."

Der heute 61 Jahre alte Beilschmidt war nach der Wende von 1991 bis 2001 Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen.

Im Anschluss wurde er Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes (LSB) Thüringen und bekleidet das ranghöchste Funktionärsamt im Sport des Freistaats bis heute.

Beilschmidt, DDR-Sportler des Jahres 1977, gab Kontakte zur Stasi auch nach 1981 zu. Als Verantwortlicher beim SC Motor Jena, ob als Vorsitzender und Stellvertreter, sei das anders gar nicht möglich gewesen.

"Wenn es um die Einstellung zum Beispiel eines Trainers ging, wurde diese Entscheidung generell der Stasi gemeldet. Ich habe aber keine Berichte geschrieben oder eine Verpflichtungserklärung abgegeben", sagte Beilschmidt, der sich zu konkreten Vorwürfen nicht äußern wollte.

Für zusätzliche Brisanz sorgt Beilschmidts Freundschaft zum heutigen Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn. Mit Jahn hatte er zuletzt am Sonntag Kontakt. "Er hat mir geraten, in sämtliche Unterlagen Einsicht zu nehmen und über meine Vergangenheit nachzudenken, um zu einer differenzierten Betrachtung zu kommen", sagte Beilschmidt.

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