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Der Streit um die Aufklärung der Dopingvergangenheit an der Universität Freiburg ist festgefahren. Auf die Forderung des Hochschul-Senats nach dem "unverzüglichen" Abschluss der Arbeit der unabhängigen Evaluierungskommission reagierte deren Vorsitzende Letizia Paoli am Donnerstag erneut mit massiver Kritik.

"Ich bedauere es sehr, dass die Universität nicht den erforderlichen langen Atem hat, um diese wichtige Aufklärungsarbeit nun in der Abschlussphase bis zum absehbaren Ende zu unterstützen", sagte Paoli in einer Stellungnahme.

Zudem bedauere es die Kommission, dass Senat und Rektor Hans-Jochen Schiewer sich "niemals sachlich mit dem Thema der mehrfach dokumentierten Behinderung der Kommissionsarbeit auseinandergesetzt" haben.

Auch die im Laufe der Untersuchung aufgekommenen Plagiats-Vermutungen "bei mehreren Freiburger Sportmedizinern" seien noch nicht "von den zuständigen Gremien der Universität Freiburg bearbeitet" worden.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer konkretisierte indes ihre Einladung an alle Beteiligten zu einem Schlichtungsgespräch und schlug zwei Termine vor. Das von Paoli geforderte Einzelgespräch ohne die Uni-Verantwortlichen wies sie allerdings zurück.

"Wir plädieren erneut an Frau Bauer, dass sie sich für den erforderlichen ordentlichen Abschluss der Kommissionsarbeit und die Sicherstellung der Daten einsetzt", sagte Paoli. Über eine Teilnahme an den vorgeschlagenen Gesprächsterminen werde beraten.

Wann und ob der Streit zwischen der Kommission, die seit 2007 ermittelt, und den Universitätsverantwortlichen beendet wird, ist dadurch weiterhin völlig offen. Paoli hatte bereits mit ihrem Rücktritt bis zum 7. November gedroht. Sie wirft Uni-Rektor Schiewer die bewusste Verschleppung der Untersuchung vor, dieser weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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