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Die NADA macht in Deutschland Jagd auf Dopingsünder. ZUM DURCHKLICKEN: Die spektakulärsten Dopingfälle

Die Politik macht beim Thema Doping ernst: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) werden am Mittwoch den Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes vorstellen, der nach "SID"-Informationen und übereinstimmenden Medienberichten unter anderem eine Höchststrafe für gedopte Sportler von bis zu drei Jahren Haft vorsieht.

Bestraft wird demnach schon der Besitz von Dopingmitteln - egal in welcher Menge. Das ist einer der großen Unterschiede zu den bisherigen Regelungen im Arzneimittelgesetz.

Allerdings soll das neue Gesetz, dessen Verabschiedung im kommenden Jahr geplant ist, nur für Spitzensportler gelten, die im Testpool der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) vertreten sind. Dies beträfe etwa 7000 Athleten. Ebenfalls belangt werden können Ärzte und Hintermänner, die Sportler mit Dopingmitteln versorgen.

Fehlen wird offenbar allerdings eine Kronzeugenregel für überführte Dopingsünder. Kritiker bemängeln, dass mit einer solchen Regel Dopingnetzwerke wie im Fall Lance Armstrong besser ausgehebelt werden könnten. Vereinfacht werden soll die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaften und NADA.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich nach dem ersten Berichten über den Entwurf Ende September von Deutschlandfunk und Berliner Zeitung zurückhaltend geäußert.

Der DOSB stand einer derart tiefgreifenden Gesetzesreform wie nun angedacht bislang ablehnend gegenüber. Der Dachverband fürchtete vor allem eine Entwertung der Sportgerichtsbarkeit.

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