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Magnus Carlsen spielt bei der WM gegen Viswanathan Anand
Magnus Carlsen ist Titelverteidiger bei der Schach-WM

Titelverteidiger Magnus Carlsen hat eine Vorentscheidung im Duell um die Schach-Weltmeisterschaft mit Herausforderer Viswanathan Anand verpasst.

Der 23-jährige Norweger, der den Vorteil der weißen Steine hatte, musste sich in der neunten Partie in Sotschi nach nur einer Stunde Spielzeit und 20 Zügen mit einem Remis zufrieden geben.

Dieses Unentschieden ist als Erfolg für Anand zu werten. Carlsen führt das WM-Match bei drei verbleibenden Partien zwar mit 5:4 an, doch der "Tiger von Madras" hat noch zwei Partien, in denen er mit den weißen Steinen den Ausgleich erzwingen kann.

"Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Ich wusste, dass die Stellung für mich angenehm ist. Ein leichtes Remis mit Schwarz ist natürlich zufriedenstellend, aber jetzt muss ich mit Weiß Druck ausüben", sagte Anand.

Carlsen gab zu, dass Anand "besser vorbereitet" war als er, ergänzte aber: "Natürlich möchte ich mit Weiß immer Druck ausüben, aber jeder halbe Punkt bringt mich dem Titel näher."

Die Kontrahenten wählten die gleiche Variante der Berliner Verteidigung, die auch in der siebten Partie auf dem Brett stand. Carlsen wich mit einem unscheinbaren Springerausfall im elften Zug ab, doch Anand erwischte ihn mit einem ungewöhnlichen Läufermanöver am Damenflügel auf den völlig falschen Fuß.

Carlsen sah keinen Weg mehr, Druck aufzubauen und forcierte mit einem Bauernvorstoß im Zentrum den Zugang zum schwarzen König. Dieser diente ihm, um mit einem Dauerschach das Remis nach nur 20 Zügen zu forcieren.

Der Wettkampf in Sotschi ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand folgt ein Tiebreak.

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