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Die Anti-Doping-Agentur ist gefordert
Die Anti-Doping-Agentur ist gefordert © getty

Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat in der russischen Doping-Affäre von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA eine Reaktion gefordert.

Mit großer Aufmerksamkeit und Besorgnis habe man die jüngsten Veröffentlichungen in den Medien verfolgt, schrieben der Vorsitzende Christian Schreiber und seine Stellvertreterin Silke Kassner in einem Brief an die WADA.

"Wir wollen die Strategie erfahren, die die WADA in dem Fall verfolgt", hieß es in dem Schreiben.

Der Bericht in der "ARD" vom 3. Dezember habe viele Hinweise auf Doping im russischen Sport geliefert.

Deutsche Athleten hätten mittlerweile Zweifel, ob die internationalen Behörden genug gegen Doping unternähmen.

"Die deutschen Athleten unterstützen die bestehenden Anti-Doping-Maßnahmen. Jetzt ist es wichtig, dass die WADA dringend ein deutliches Signal aussendet, das die internationale Gleichbehandlung aller Sportler sichert - unabhängig von der Sportart oder Nation - um den Ruf des Sports vor weiteren Schäden zu bewahren."

In der russischen Doping-Affäre war die WADA zuletzt unter Druck geraten.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge hatte die 800-m-Läuferin und Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa die oberste Anti-Doping-Behörde bereits Anfang 2013 in einem Brief ausführlich über die Vorgänge in Russland unterrichtet.

Angeblich hat die WADA Stepanowa und ihren Mann Witali Stepanow, einen ehemaligen Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, aber nie um die Aushändigung von belastendem Material gebeten.

Die "ARD"-Reportage hatte akribisch aufgezeigt, dass im russischen Sport flächendeckend und maßlos manipuliert, dies von den nationalen Anti-Doping-Agentur RUSADA gedeckt und von Stellen den IAAF zumindest toleriert werde.

Dafür wurden zahlreiche Zeugenaussagen und belastende Dokumente zu systematischem Doping im russischen Spitzensport, vor allem in der Leichtathletik, geliefert.

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