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Sylvia Schenk war früher Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer
Sylvia Schenk lässt kein gutes Haar am Anti-Doping-Gesetz © getty

Das Anti-Doping-Gesetz bleibt ein vieldiskutiertes Thema.

In einem offenen Brief bezeichnen die Juristin Sylvia Schenk, ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), und Stefan Brink, Ministerialrat beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Rheinland-Pfalz, das für dieses Jahr geplante Gesetz als "grandioses Ablenkungsmanöver".

Die Integrität des Sports als "staatlich zu schützendes Rechtsgut zu postulieren", sei "mehr als fragwürdig".

Die Kritik in dem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am Samstag abgedruckten Brief an Alfons Hörmann, den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), bezieht sich unter anderem auf die ablehnende Haltung des DOSB gegen die Ausdehnung der Besitzstrafbarkeit auf geringe Mengen von Doping und die Einführung der Strafbarkeit von Eigendoping: "Interessiert es irgendwen, ob Selbst-Doping sich verfassungsrechtlich einwandfrei unter Strafe stellen lässt?"

Möglicherweise sei die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes ja auch "die pure Verzweiflung, die Politik und Sport gleichermaßen nach jedem Strohhalm, der Aktivität für einen sauberen Sport vorzutäuschen hilft, greifen lässt, statt Schritt für Schritt die Situation zu analysieren, die richtigen Fragen zu stellen und darauf Antworten zu suchen".

Dass angesichts der Strafandrohung "im Zweifelsfall bei Ersttätern Bewährungsstrafen herauskommen werden, kein Vergleich zu zwei Jahren Sperre, wie sie die Sportgerichtsbarkeit ausspricht" sei offenbar nicht von Bedeutung: "Wer wird denn tatsächlich wegen Selbst-Doping im Gefängnis landen?"

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