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Michael Vesper ist Vorsitzender des DOSB-Vorstands
Michael Vesper ist seit 2008 DOSB-Vorstandsvorsitzender © Getty Images

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) fürchtet nach der Kritik durch den Prüfbericht des Bundesrechnungshofes (BRH) keinen größeren Machtverlust.

"Das ist gar nicht unser Anspruch, dass wir alleine auf weiter Flur sein wollen", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper nach einer Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin: "Der DOSB ist eine sehr gewichtige Stimme, deswegen bin ich ganz sicher, wird seine Stimme auch weiter gehört werden."

Am Mittwoch wurde im Sportausschuss der Mitte Februar bekannt gewordene Bericht des BRH behandelt.

In dem 22-seitigen Dokument hatte der BRH unter anderem die Rolle des DOSB kritisiert und ein Ende des "Beratungsmonopols" beim Bundesinnenministerium (BMI) gefordert. Zudem wurde auch mangelnde Transparenz bei der Sportförderung angemahnt.

"Es sind schon erste Veränderungen vorgenommen worden. Das BMI hat zudem durchaus bemerkenswerte Vorschläge gemacht, die über den Bundesrechnungshof hinausgehen", sagte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD). Der Vertreter des BMI wollte sich nach der Sitzung nicht offiziell äußern.

Sowohl Vesper als auch das BMI verwiesen zudem auf die Mitte März begonnenen Gespräche zur Neugestaltung der Sportförderung.

Erste Ergebnisse des Gremiums sollen nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bekannt gegeben werden.

Offenbar könnten in Zukunft vermehrt auch externe Experten wie beispielsweise die Deutsche Sporthochschule Köln bei Entscheidungen eingebunden werden.

"Ich glaube, der Weckruf ist angekommen", sagte Freitag.

Ebenfalls am Mittwoch hatte das Bundeskabinett den Entwurf für das geplante Anti-Doping-Gesetz beschlossen. Die Kritik des DOSB, vor allem an den neu eingeführten Straftatbeständen Selbstdoping und der uneingeschränkten Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln, wurde dabei kaum berücksichtigt.

"Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", betonte Vesper: "Wir sagen unsere Meinung, das werden wir auch weiterhin machen."

Freitag sieht dagegen schon Veränderungen im Machtgefüge zwischen Politik und organisiertem Sport: "Wenn wir der Meinung sind, es ist Zeit, ein Gesetz zu machen, dann tun wir das. Das hat mittlerweile vielleicht eine andere Qualität als in den Vorjahren."

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