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Die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin untersucht die Doping-Vergangenheit der Universität Freiburg
4,2 Prozent der niederländischen Spitzensportler gebrauchen laut einer Studie Dopingmittel © Getty Images

Der Gebrauch von Dopingmitteln ist unter niederländischen Spitzensportlern offenbar kein Tabuthema.

In einer anonymen Umfrage unter allen Hochleistungssportlern mit A- oder B-Kaderstatus im Land haben 4,2 Prozent zugegeben, verbotene Dopingmittel zu gebrauchen. Das ist das erste Teilergebnis einer Untersuchung der Universität Utrecht im Auftrag der niederländischen Antidopingagentur Dopingautoriteit.

In einer vergleichbaren Studie der Deutschen Sporthilfe aus dem Jahr 2013 unter 1154 deutschen Spitzenathleten hatten 5,9 Prozent der Sportler angegeben, regelmäßig Dopingmittel einzunehmen.

Von den insgesamt 740 Kadersportlern der 55 niederländischen Sportverbände, die im Dezember 2014 befragt wurden, wurden in einer ersten Phase die Antworten der 300 A- und B-Sportler aus verschiedensten Sportverbänden analysiert. 291 der 300 angeschriebenen Sportler nahmen an der Umfrage teil.

Olivier de Hoon, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Dopingautoriteit, zeigte sich über die hohe Anzahl von Sportlern, die Dopinggebrauch zugaben, überrascht. "Das hatten wir so nicht erwartet. Das sind zu viele", sagte de Hoon. Bei den Dopingmitteln, die genannt wurden, handelt es sich um Steroide, Blutmanipulationen, Stimulanzien und übrige Dopingmittel wie zum Beispiel Insuline oder verbotene Asthmamedizin.

Herman Ram, Vorsitzender der Dopingautoriteit, betonte, dass es sich bei den 4,2 Prozent um bewusste Dopingkonsumenten handele.  Sportarten wurden nicht genannt. Die Auswertung der gesamten Studie wird erst in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein.

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