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Michael Vesper ist seit 2006 Vorstandsvorsitzender des DOSB © Getty Images

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich in Person seines Vorstandsvorsitzenden Michael Vesper gegen eine Ausweitung von Dopingkontrollen in der Nacht ausgesprochen.

Nachtkontrollen seien nach dem NADA/WADA-Code zwar schon heute möglich, "sie werden aber und sollten auch weiterhin nur bei Vorliegen begründeter konkreter Verdachtsmomente in seltenen Ausnahmefällen angewandt werden", sagte Vesper auf SID-Anfrage.

Die allgemeinen Routinekontrollen sollten allerdings nicht in der Nacht durchgeführt werden.

"Da greift der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit - und auch und gerade Sportler haben ein Recht auf ungestörten Schlaf", erklärte Vesper: "Im Übrigen verweisen erste Reaktionen richtigerweise darauf, dass Kontrollmethoden weltweit harmonisiert sein und überall gleich angewandt werden müssen."

Die Nationale Anti Doping Agentur NADA hatte unmittelbar nach der Berichterstattung über die spektakuläre französische Dopingstudie in der vergangenen Woche die Ausweitung des Testfensters auf die Nachtstunden gefordert.

Die in der Studie angewandte Art des Dopings zeige, so hieß es in einer NADA-Stellungnahme, "dass Kontrollen - in verhältnismäßiger Anzahl - auch zwischen 23.00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens durchgeführt werden müssen, damit hier keine Lücke vorhanden ist".

Nächtliche Dopingkontrollen sind derzeit zwar möglich, werden aber praktisch nicht durchgeführt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA fordert dafür "begründete Fälle". Die Dopingstudie hatte deutliche Hinweise darauf gegeben, dass Doping in Mikrodosierung hochwirksam und kaum nachweisbar ist.

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