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Alfons Hörmann
Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 Präsident des DOSB © Getty Images

Laut DOSB-Präsident Alfons Hörmann bereiten deutsche Sportler im Falle der Verabschiedung des geplanten Anti-Doping-Gesetzes juristische Schritte vor.

 "Es liegen uns deutliche und klare Hinweise vor - ich sage weder Namen noch Disziplinen -, dass Sammelklagen von Sportlern jetzt bereits auf dem Weg sind gegen das neue Gesetz", sagte Hörmann am Montag in Berlin: "Ich sage es ausdrücklich, damit kein Missverständnis entsteht: Nicht mit dem DOSB oder gar von uns inszeniert. Wir sind nur anonym informiert worden."

Hörmann kritisierte zudem deutlich, dass es bisher auf die Einwände gegen das Gesetz, unter anderem vom Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), noch keine Antwort vonseiten der Politik gegeben habe.

"Man kann natürlich die Dinge jetzt einfach per Dekret erlassen. Sagen: Friss oder Stirb. Auch das ist ein Weg", sagte Hörmann weiter: "Ob dies aber den Stil unserer Zusammenarbeit für unsere Zukunft prägen sollte, würde ich ganz vorsichtig in Frage stellen. Man muss sich doch noch über unterschiedliche Sachargumente austauschen können."

Das gemeinsam von den Ministerien des Inneren, der Justiz und der Gesundheit erarbeitete Gesetz sieht unter anderem vor, erstmalig das Selbstdoping von Sportlern sowie den Besitz von Dopingmitteln uneingeschränkt unter Strafe zu stellen. Dabei könnten überführten Athleten sogar Haftstrafen von bis zu drei Jahren drohen. Zudem stärkt das Gesetz die Stellung der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA). Angewendet wird das Gesetz nur auf die rund 7000 Athleten im nationalen Testpool.

Der DOSB sieht Teile des Gesetzes äußerst kritisch. Am 17. Juni gibt es noch die im Gesetzgebungsverfahren obligatorische öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag.

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