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Stuart Bingham ist endlich an der Spitze der Sportart, die er mehr liebt als sein Leben. Jahrelang war der Snooker-Weltmeister erfolglos hinterhergelaufen.

Selbst die große Martina Navratilova ließ sich das Spektakel nicht entgehen. "Stuart Bingham ist der Champion!!!!", twitterte die Tennis-Legende nach dem WM-Triumph des Engländers am späten Montagabend gegen Landsmann Shaun Murphy.

Schon am Sonntag hatte Binghams prominentester Fan den ersten Teil des zehnstündigen Finals verfolgt. Navratilovas Fazit: "Was soll ich sagen - Stuart Bingham rockt".

Auch viele ehemalige und aktuelle Fußballer der englischen Premier League gratulierten. "Großartige Szenen. Ich freue mich für Bingham, und was für ein großartiger Sportsmann Murphy ist", schrieb Michael Owen. Joey Barton war begeistert von einem "Top-Snookerfinale".

Nicht mit Titel gerechnet

Für den 38-jährigen Bingham war der erste Weltmeistertitel im legendären Crucible Theatre von Sheffield die Erfüllung seiner Träume. Ein Erfolg, mit dem er selbst am wenigsten gerechnet hatte.

"20 Jahre voller Blut, Schweiß und Tränen haben sich für mich endlich ausgezahlt", sagte er nach dem 18:15 mit Freudentränen in den Augen. "Als kleines Kind habe ich davon geträumt, jetzt ist es Realität. Es ist überwältigend."

Murphy bewundert Bingham

Welchen Stellenwert die WM-Trophäe für Bingham besitzt, verdeutlichte Murphy. "Stuart liebt Snooker mehr als sein Leben. Ich kennen keinen Spieler, der es mehr verdient hätte, als er", sagte der Weltmeister von 2005: "Er ist einer der nettesten Typen auf der Tour und ein absoluter Snooker-Nerd."

Bis der strebsame Bingham jedoch zum "Binginator" auf Weltklasse-Niveau wurde, dauerte es Jahre. Der Erfolg bei den Profis ließ lange auf sich warten.

Erst 2011 mit 35 Jahren gewann Bingham bei den Australian Open sein erstes großes Turnier. Weitere drei Jahre später folgte der Sieg bei den Shanghai Masters. Das war's.

Bingham will Vorbild sein

"Viele hätten schon früher aufgegeben, aber ich habe immer weitergekämpft. Ich möchte ein Vorbild für alle da draußen sein: Gebt niemals auf und eurer Traum kann wahr werden", sagte Bingham, nun drittältester Weltmeister der Snooker-Geschichte.

Vor der WM hätte kaum jemand auch nur einen Penny auf Bingham gesetzt, der als 50:1-Außenseiter ins Turnier ging. Sein bisher bestes Ergebnis war der Viertelfinaleinzug 2013, als er gegen Snooker-Genie Ronnie O'Sullivan verlor.

O'Sullivan ausgeschaltet

Eine Hürde, die der Underdog diesmal mit Bravour nahm. Zuerst ließ Bingham dem früheren Champion Graeme Dott keine Chance, ehe O'Sullivan gehen musste. Im Halbfinale schaltete Bingham zudem den früheren Weltranglistenersten Judd Trump aus.

Auch im Finale zeigte er sein ganzes Können, bewies aber vor allem Nervenstärke. Lag er nach dem ersten Tag noch 8:9 hinten, drehte der Weltranglistenzehnte am Montag auf, gewann vier Frames nacheinander und zog auf 14:11 davon, ehe Murphy wieder ausglich.

"Als es auf einmal wieder 15:15 stand, dachte ich, ich habe meine Chance vertan. Es fühlte sich an, als ob mein Arm nicht mehr mir gehorcht", erklärte Bingham.

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