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Die russische Leichtathletik wird von einem Dopingskandal erschüttert
Bundesregierung plant Anti-Doping-Gesetz © Getty Images

Der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) hält die geplante Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes durch die Bundesregierung für richtig, fordert aber Ergänzungen.

Dass am Mittwoch das Gesetz im Deutschen Bundestag in die öffentliche Anhörung gehe, sei ein Beleg dafür, "dass der moderne Business-Sport als milliardenschwerer Wirtschaftszweig an seiner Kernlüge gescheitert ist", teilte der Verein mit.

Weiter erklärte der DOH, dass Doping im deutschen Spitzensport "exzessiv wie chronisch" vorkäme und dessen Autonomieanspruch längst beendet habe. "Insofern begrüßt die Doping-Opfer-Hilfe die überfälligen Anstrengungen des Staates, sich den Krisen des Sports endlich zu stellen", hieß es in einer Mitteilung.

Gleichzeitig forderte der Verein eine strukturelle Kehrtwendung der Bundesregierung. "Denn lauthals Goldmedaillen fordern" und zugleich "den versuchten Besitz von Dopingmitteln strafbar machen", sei ein Widerspruch.

Dieser Absatz setze den Athleten mit einem Terroristen gleich, da der Sportler zunächst nur aus der Warte seiner Kriminalisierung betrachtet werde.

Bezeichnend für das neue Gesetz sei auch, dass an keiner Stelle Opferrechte zu finden seien, hieß es weiter. Der DOH forderte daher die Aufnahme von Vorgaben zur Bewältigung der Vergangenheit mit dem Ziel der Rehabilitation und Entschädigung der Dopingopfer.

Darüber hinaus müssten Sportler unterstützt werden - auch finanziell - die durch "unwissentliche, unerlaubte Anwendung von Dopingmethoden durch andere geschädigt" worden seien.

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