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21st Aids Gala At Deutsche Oper Berlin
Heiko Maas (l.) ist Bundesjustizminister © Getty Images

Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Austragung der Europäischen Maccabi Games in Berlin als wichtiges gesellschaftspolitisches Signal gewertet. "Wir freuen uns, dass 70 Jahre nach der Shoa (nationalsozialistischer Völkermord an Juden, d. Red.) die Maccabi Games in Berlin stattfinden, weil die Shoa in dieser Stadt ihren Ausgangspunkt hatte", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei der Präsentation des Events (27. Juli bis 7. August).

Wie Maas weiter versprach, werde die Makkabiade in der deutschen Hauptstadt ein Fest mit großer Strahlkraft werden. "Diese Veranstaltung ist auch ein Hinweis darauf, dass sich jüdisches Leben in Deutschland wieder entwickelt", sagte Hobbyläufer Maas, der die Patenschaft für einen der Wettbewerbe - den Triathlon - übernommen hat. Insgesamt werden 2500 Athleten aus 36 Nationen an den Start gehen.

Für Ole Schröder, Staatssekretär im für den Sport zuständigen Bundesinnenministerium (BMI), bietet die Veranstaltung im Olympiapark eine weitere Möglichkeit zur Versöhnung, weil gerade dort "bei den Olympischen Sommerspielen 1936 jüdische Athleten ausgegrenzt wurden", so Schröder. Es sei nur angemessen, dass Bundespräsident Joachim Gauck die Schirmherrschaft für das Sportfest übernommen hat.

Zum ersten Mal findet die größte jüdische Sportveranstaltung Europas in Deutschland statt. In 19 Sportarten geht es wie bei Olympia um Medaillen. Dazu zählen Fußball, Basketball und Tennis, aber auch Bridge oder Bowling. Bekannteste Teilnehmer aus Deutschland sind die ehemalige Hockey-Nationalspielerin Rebecca Landshut und Fechter Mark Perelmann, der für Deutschland bei den Europaspielen in Baku dabei war.

Angst vor Anschlägen oder Übergriffen gibt es laut Veranstalter unter den Athleten nicht mehr. "Die Sportler, die Angst wegen der Sicherheit hatten, konnten wir allesamt überzeugen zu kommen", sagte Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, dem Dachverband deutsch-jüdischer Sportvereine. Zwar habe es auch Stimmen gegeben, die eine solche Veranstaltung in Deutschland ablehnen, weil es immer noch Holocaust-Überlebende gebe, doch der weitaus größte Teil der jüdischen Gemeinde stehe hinter dem Projekt, so Meyer.

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