vergrößernverkleinern
Matyas Szabo (l.), Benedikt Wagner (M.) und Max Hartung (r.) freuen sich über Bronze
Matyas Szabo (l.), Benedikt Wagner (M.) und Max Hartung (r.) freuen sich über Bronze © Getty Images

München und Moskau - Die deutschen Säbelfechter sichern sich bei der WM in Moskau Bronze. Die Degen-Damen erleben dagegen die nächste Enttäuschung und müssen um ihre Olympia-Teilnahme bangen.

Der Enttäuschung über das drohende Olympia-Aus für die Degen-Damen um Britta Heidemann folgte ausgelassener Jubel über WM-Bronze der deutschen Säbelfechter.

361 Tage nach ihrem historischen Weltmeistertitel konnten die Dormagener Max Hartung, Nicolas Limbach, Matyas Szabo und Benedikt Wagner zwar ihren Gold-Coup nicht wiederholen, durch das 45:30 gegen Frankreich im Gefecht um Platz drei sicherte das Europameister-Team den deutschen Athleten bei den Titelkämpfen aber das zweite Edelmetall.

Säbel-Herren schlagen erneut zu

Freud und Leid lagen bei den deutschen Athleten am ersten Entscheidungstag der Mannschaftswettbewerbe aber eng beieinander. Nur knapp drei Stunden vor dem Bronze-Jubel hatten Heidemann und Co. ihren Wettbewerb auf Platz zwölf beendet. Erstmals in der Geschichte könnte ein olympischer Mannschaftswettbewerb in der einstigen Paradewaffe ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Erst die Säbelfechter hellten die Stimmung im deutschen Lager auf.

Allerdings glückte ihnen der Triumph nicht wie im Vorjahr, im Halbfinale endeten die Hoffnungen beim 32:45 gegen Gastgeber Russland. Nach einem ausgeglichenen Beginn gerieten sie deutlich in Rückstand - am Ende reichte es nicht zum Finaleinzug. Doch auch so war die Freude am Ende groß: Nach Hartung, der Bronze im Einzel holte, gab es erneut eine Säbelmedaille. Es gewann Italien mit 45:36 gegen Russland.

"Bronze ist super. Da kann man nicht meckern", sagte Hartung, der im Einzel am Dienstag ebenfalls Bronze gewonnen hatte: "Wenn wir jetzt zum Schluss nicht gewonnen hätten, wären wir traurig gewesen. Das Geheimnis ist, dass wir einfach als Team Spaß haben." Bei Olympia in Rio ist der Mannschaftswettbewerb nicht im Programm.

Degen-Damen vor Olympia-Aus

Die Emotionen der deutschen Degenfechterinnen nach dem Aus im Achtelfinale gingen in die genau andere Richtung. Peking-Olympiasiegerin Heidemann musste von ihrem Heim-Trainer in den Arm genommen werden, die Gesichter ihrer Teamkolleginnen Alexandra Ndolo, Monika Sozanska und Ricarda Multerer waren nach dem knappen 42:43 gegen China wie versteinert.

Denn der Nackenschlag hat auf dem Weg zu den Spielen 2016 in Rio wahrscheinlich verheerende Folgen: Die Qualifikation ist nur noch mit einer Aufholjagd zu schaffen. "Es ist total ärgerlich und bitter. Wir hätten es auch mal verdient, so ein Gefecht zu gewinnen", sagte Heidemann: "Wenn es am Samstag ganz schlecht läuft, wird es rechnerisch für uns sehr schwer." Dann geht es in Moskau um die Medaillen - ohne deutsche Beteiligung.

Dämpfer nach großen Tönen

Weltranglistenplatz fünf brauchen die Deutschen für das Ticket nach Rio - vor der WM lagen sie auf Rang zwölf. Der erhoffte erste Schritt der Aufholjagd blieb aus. "Top acht, am besten Top vier", hatte Heidemann das Ziel vor der WM in Moskau umrissen. Es wurde nichts. Erstmals seit 2000 blieb Heidemann in diesem Jahr ohne Medaille bei einem internationalen Wettbewerb.

"Die Säbel-Jungs sind einfach super. Aber der Wermutstropfen im Damendegen bleibt, sagte Sportdirektor Sven Ressel: "Dort müssen wir jetzt alle Kräfte bündeln. Hoffnung ist natürlich immer da, aber die Chancen sind nicht besonders gut."

Immerhin schafften die deutschen Degenfechter den Sprung in die Medaillenentscheidung am Samstag. Im Achtelfinale besiegten Jörg Fiedler, Christoph Kneip, Stephan Rein und Niklas Multerer Polen mit 5:4 und bewahrten sich alle Chancen auf die Olympiaqualifikation.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel