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Sebastian Brendel ist Olympiasieger im Canadier
Sebastian Brendel ist Olympiasieger im Canadier © Getty Images

Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel hat vor den am Donnerstag beginnenden Kanu-Weltmeisterschaften in Mailand die mangelnde Wahrnehmung der Sportart in der Öffentlichkeit beklagt.

"Es ist schon schade und einfach eine ernüchternde Erkenntnis, dass der Kanusport in der Öffentlichkeit oft untergeht", sagte der 27-Jährige: "Es wäre wünschenswert, wenn unser Sport und die Leistung, die wir Jahr für Jahr erbringen, mehr wahrgenommen werden würden".

Mangelndes Interesse außerhalb von Olympischen Spielen beklagen Brendel und die erfolgsverwöhnten deutschen Kanuten schon seit Jahren. "König Fußball" ist übermächtig.

"Auch sportartenübergreifend ist zu erkennen, dass neben dem Fußball die Luft immer dünner wird", sagte Brendel und sieht darin einen Grund, warum der deutsche Abwärtstrend im Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen "weiter anhalten wird".

Wenn Sportarten medial nicht wahrgenommen würden und somit in der Öffentlichkeit nicht stattfänden, würden sie auch immer weniger Kinder und Jugendliche dazu bekommen, eine Sportart wie Kanu, Judo, Modernen Fünfkampf, usw. zu betreiben, so Brendel, der die Medien in die Verantwortung nimmt: "Natürlich spielen da die Medien eine zentrale Rolle, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Wie viel Aufmerksamkeit wird denn Randsportarten heute noch geschenkt? Da muss man schon über fünf Minuten Sendezeit froh sein".

Bei der bis Sonntag andauernden WM in Mailand geht Europameister Brendel als Titelverteidiger über die olympischen 1000 m und die nicht-olympischen 5000 m an den Start.

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