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Totilas mit seinem Reiter Matthias Alexander Rath
Totilas mit seinem Reiter Matthias Alexander Rath © Getty Images

Ein Knochenödem lässt das Karriereende für Millionenpferd Totilas näher rücken. Sein Trainer spricht von "Robben-Verletzungen". Die Chancen für Olympia stehen schlecht.

Tiefer Fall des einstigen Wunderhengstes: Nach der ernüchternden Diagnose rückt für das Millionenpferd Totilas das Karriereende immer näher.

Der Rappe schied bei der Dressur-EM in Aachen wegen eines Knochenödems im Kronbein der linken Hinterhand aus.

Über ein mögliches Comeback sagte selbst Bundestrainerin Monica Theodorescu: "Ehrlich gesagt, das wird ganz schwer."

Totilas kämpft mit "Robben-Verletzungen"

Auch Totilas' niederländischer Trainer Sjef Janssen blickte angesichts der langen Leidenszeit besorgt in die Zukunft.

"Er kämpft ständig mit Robben-Verletzungen", sagte Janssen dem TV-Sender NOS in Anspielung auf Bayern Münchens Starfußballer Arjen Robben: "Er hat eine Verletzung nach der anderen, aber wir hatten ihn wieder in Form gebracht. Da wird man wahnsinng. Vielleicht müssen wir ihm sein Altenteil gönnen."

Immer wieder war Totilas in den letzten Jahren durch Blessuren und Verletzungen ausgefallen. Auch vor dem ersten Wettbewerb bei der EM in Aachen wollte ihn ein Tierarzt beim Veterinär-Check aus dem Wettbewerb nehmen. Auf die Frage, ob das Karriereende nicht mehr auszuschließen sei, sagte Janssen: "Das ist möglich."

Ende der Sportkarriere möglich

In einer Klinik in Belgien wurde das Knochenödem oberhalb des Hufes festgestellt. "Durch eine Stauchung sammelt sich Wasser im Knochen an. Das kann gerade bei Bewegungen schmerzhaft sein", sagte der deutsche Mannschaftstierarzt Marc Koene.

Erst per MRT sei eine solche Verletzung zu erkennen. "Früher konnte man diese Art der Verletzung gar nicht erkennen. So ein Ödem sehen wir auch immer mehr bei Fußballern", sagte der Arzt. Als Ursache gelten Stress und zu große Belastungen für den Knochen, ohne Therapie droht ein Ermüdungsbruch.

Koene hat nicht alle Aufnahmen gesehen, konnte auch nicht genau sagen, wie lange der Hengst fehlen wird. Es könne sich um Wochen oder Monate handeln. Auch das Ende der Sportkarriere sei möglich.

"Das wird sicher eine längere Geschichte", meinte der deutsche Teamchef Klaus Roeser. Die Familie Rath als Mitbesitzer war am Sonntag für ein Statement nicht zu erreichen. Totilas-Reiter Matthias befand sich schon in der Vorbereitung auf seinen Urlaub.

Als Wackelkandidat zu Olympia?

Wahrscheinlich ist das Karriereende des einstigen Wunderhengstes tatsächlich nicht mehr zu verhindern. Der nächste lukrative Auftritt wäre bei den Olympischen Spielen im Sommer 2016 in Rio de Jainero, doch nach dem erneuten Ausfall kann wohl kein Equipechef der Welt mehr das Risiko eingehen, den dann schon 16 Jahre alten Wackelkandidaten zu nominieren.

Damit bleibt aus deutscher Sicht die sportliche Bilanz des millionenschweren Rappen, der 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro in den Stall der Raths wechselte, bescheiden. Einmal Silber 2011 bei der EM in Rotterdam und einmal Bronze 2015 bei der EM in Aachen. Gold gab es nie.

Sportlich gesehen wurde aus dem einstigen Wunderhengst ein durchschnittliches Championatspferd.

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