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Isabell Werth
Isabell Werth liegt in der Einzelwertung auf Rang vier © Getty Images

Die deutsche Dressur-Equipe um Isabell Werth liegt nach einem soliden ersten Tag in Führung. Die Punktevergabe allerdings verärgert das Team. Jetzt liegt es an Totilas.

Die deutsche Dressur-Equipe reitet bei der EM in Aachen der Goldmedaille entgegen.

Isabell Werth behauptete als Schlussreiterin des ersten Tages die Führung der Gastgeber. Nach dem Auftritt der fünfmaligen Olympiasiegerin im Sattel von Don Johnson führt der Titelverteidiger mit 149,986 Punkten knapp vor den Niederlanden (148,214 Punkte) und Großbritannien (145,743).

Werth zeigte bei ihrer 13. EM-Teilnahme eine solide Leistung und brachte es im Sattel ihres 14 Jahre alten Wallachs auf 74,786 Punkte und belegt in der Einzelwertung Rang vier. EM-Debütantin von Bredow-Werndl holte mit dem niederländischen Hengst Unee sogar 75, 200 Punkte und ist Dritte hinter Diederik van Silfhout aus den Niederlanden (75,814) und Fiona Bigwood aus Großbritannien (75,800).

"Wundertüte" Don Johnson

"Ich bin sehr zufrieden und hätte mir ein, zwei Prozent mehr gewünscht. Ich hatte natürlich den einen Fehler, der war teuer. Zwischen 72 und 77 Prozent der Richter ist diskussionswürdig. Das ist eine andere Welt, eine Differenz, über die man sich wundern kann", sagte Werth im WDR.

"Don Johnson ist eine Wundertüte. Man weiß nie, woran man bei ihm ist", hatte die 46 Jahre alte Juristin kurz vor ihrem ersten Auftritt bei der Heim-EM gesagt. Für Deutschland wäre es bereits die 23. Goldmedaille in der EM-Geschichte.

Ärger über Punktevergabe

Sichtlich angefressen war der deutsche Teamchef Klaus Roeser. "Isabell ist super geritten. Alles gut. Das andere müssen die Richter verantworten", sagte Roeser sauer und meinte nur: "Die Richter waren wirklich nicht nett zu Isabell."

Roeser und Werth hatten nach dem Ritt eine deutlich höhere Wertunge erwartet. "Ich hatte spontan mit 76 oder 77 Prozent gerechnet," so Werth. Am Ende waren es nur 74,786 Prozent, die sie in der Einzelwertung bis auf Platz vier zurückfallen ließen.

Eigentlich wollte Werth in der Soers Bella Rose satteln, doch die elf Jahre alte Ausnahmestute hatte sich im Frühjahr verletzt und wurde nicht rechtzeitig fit. Nun soll der charakterlich nicht immer einfache "Johnny" die Rheinbergerin zu einem erneuten EM-Erfolg führen. Seit 1989 sammelte die weltweit erfolgreichste Dressurreiterin bei Europameisterschaften 14 Titel.

Matthias Rath mit Totilas
Matthias Rath und Totilas greifen am Donnerstag ein © Getty Images

Totilas und Rath greifen ein

Vor Werth hatte bereits Bredow-Werndl die deutsche Equipe auf Goldkurs gebracht und dem Druck standgehalten. "Das war ordentlich. Wir sind mit Blick auf die Mannschaftswertung kontrolliertes Risiko gegangen", sagte von Bredow-Werndl nach ihrem ersten Start bei einem Championat.

Der Ritt verlief nicht ganz optimal, "einige kleine Fehler waren drin", bemerkte die EM-Debütantin, deren Bestwert im Grand Prix bei 77 Prozent liegt. "Unser Küken hat das sehr gut gemacht. Der Druck war enorm", sagte der deutsche Equipechef Klaus Roeser. Die deutsche Teamleitung hatte für die EM ein klares Ziel ausgegeben: Gold.

Von Bredow-Werndl ritt zum ersten Mal in ihrer Karriere in einem so großen Stadion vor mehreren tausend Zuschauern. "Ich war nicht besonders nervös", berichtete die 29-Jährige, "aber mein Pferd Unee war durch die große Arena doch ziemlich irritiert. Das ist ja hier auch eine ganz andere Liga."

Am Donnerstag gehen zum am zweiten und finalen Tag des Grand Prix noch Matthias Rath mit Totilas und Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados für Deutschland ins Viereck.

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