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Sting und der Undertaker
Sting (l.) und der Undertaker gehören zu den größten Wrestling-Stars aller Zeiten © Imago/Getty Images

München - Vergangenen Monat kollabierte der Undertaker in der Arena, nun Sting. Die Verletzungen befeuern die Debatte über Sinn und Unsinn ihrer nicht enden wollenden Karrieren.

Es war das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass eine große Wrestlingshow mit dem Kollaps einer Legende endete.

Vor einem Monat war es der Undertaker, der sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Er sackte zusammen, nach dem vielgelobten Hauptmatch des Summer Slam gegen Brock Lesnar, kurz bevor er die Arena durch den Bühnenvorhang verlassen sollte. Ein Fanvideo des Schwächeanfalls ging um die Welt.

Einen Monat später war es nun Sting, der noch während seines Kampfes gegen WWE Champion Seth Rollins zusammenbrach. Er musste ins Krankenhaus, eine Nackenverletzung von ungewisser Schwere bedroht seine Karriere.

Man muss dazu wissen: Der Undertaker ist 50 Jahre alt, Sting 56. Und in beiden Fällen hat der Kollaps nicht nur Sorgen um ihre Gesundheit zur Folge. Sondern auch eine Debatte, ob der Wrestlingring in ihrem Alter noch der richtige Ort für sie ist.

WWE SummerSlam 2015
Der Undertaker (o.) musste beim SummerSlam gegen Brock Lesnar ordentlich einstecken © Getty Images

Eine Art Altersteilzeit

Warum die beiden trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch in den Showkämpfen antreten, ist prinzipiell schnell beantwortet: Weil alle Beteiligten es so wollen.

Sie selbst haben Lust, bei Kollegen genießen sie Respekt, bei Fans anhaltende Popularität, die Liga kann also weiterhin Geld mit ihnen verdienen. So lange die über Jahrzehnte geschundene Gesundheit eben mitspielt.

Sowohl Sting als auch der Undertaker spielen im WWE-Programm eine Sonderrolle, in einer Art Altersteilzeit: Während ihre jüngeren Kollegen hunderte Kämpfe im Jahr bestreiten, werden die beiden nur zu besonderen Anlässen aktiv. Der Taker bestritt in diesem Jahr bislang zwei Kämpfe, Sting vier.

Es sind allerdings große und körperlich entsprechend fordernde Matches - und genau daran regt sich nun Kritik.

Riskante Aktionen - ein beliebtes Stilmittel

"Gibt es einen Platz für Sting und den Undertaker in der Liga? Absolut. Aber in Hauptrollen, dort wo der Druck große Stürze und gefährliche Aktionen zu zeigen am größten ist?", fragt etwa das Online-Magazin Vice. Seine Antwort: besser nicht.

Tatsächlich sind riskante "Spots" oft elementarer Bestandteil in den Matches der Routiniers. Im Match gegen Rollins krachte Sting an einer Stelle durch den (präparierten) Kommentatorentisch, seine Verletzung passierte schließlich bei einer Powerbomb in die Ringecke.

Spektakuläre Hingucker, die den Blick etwas ablenken von den athletischen Defiziten, die Ü-50-Wrestler trotz ihrer hochbeachtlichen Alters-Fitness unweigerlich haben. Die aber eben nach hinten losgehen können.

Auf WrestleMania folgt die Klinik

Beim Taker überlagern die Sorgen um seinen Gesundheitszustand schon seit Jahren oft die Freude vieler Fans, ihren Kindheitshelden noch immer bejubeln zu können.

Sein Zusammenbruch im vergangenen Monat schien zwar keine weiteren Folgen zu haben, vergangenes Jahr aber, als bei WrestleMania seine berühmte Siegesserie zu Ende ging, musste auch er mit einer schweren Gehirnerschütterung und diversen kleineren Verletzungen in die Klinik.

Ans Aufhören denkt er weiterhin nicht: Schon im kommenden Monat steht ein weiterer großer Kampf gegen Lesnar auf dem Plan – ein "Hell in a Cell"-Match in einem überdimensionierten Käfig.

Große Stürze und gefährliche Aktionen sind zu erwarten.

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