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Ines Geipel war Leistungssportlerin in der DDR
Ines Geipel war Leistungssportlerin in der DDR © Getty Images

Der Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH) und deren Vorsitzende Ines Geipel haben mit Skepsis auf die seit Mittwoch im Raum stehende Einmalzahlung des Bundes von 10 Millionen Euro für die rund 700 Doping-Opfer reagiert und sehen darin keine überzeugende Antwort auf die Not der Ex-Athleten.

"Die Einmalzahlung in dieser Höhe wäre ohne Frage ein Schritt. Nie ist die Politik in der Anerkennung der Schäden soweit gegangen", räumte Geipel im Interview mit dem SID ein, meinte aber auch: "Und dennoch wäre es erneut zu kurz gesprungen und wieder nur die halbe Lösung. Was die Opfer brauchen, sind Zusagen über den Tag hinaus."

Der DOH setzt sich seit Jahren für dauernde Rentenzahlungen ein und hatte vor einem halben Jahr die Ausstattung eines Akutfonds in Höhe von bis zu 32 Millionen Euro gefordert. "Es geht um Akutfälle, um Nachhaltigkeit, um einen spezialisierten Ärztestab, um juristische Hilfen, um eine professionellere Beratungsstelle. All das würde die Einmalzahlung nicht fassen", so Geipel.

Eine dauerhafte Rentenzahlung hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann jedoch zuletzt dem SID gegenüber nahezu ausgeschlossen. Die Tendenz gehe "eher in Richtung Einmalzahlung", wie der 55-Jährige meinte. Am Mittwoch hatte das Bundesinnenministerium (BMI) im Sportausschuss des Deutschen Bundestages angedeutet, den Doping-Opfern rund zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen zu wollen.

Der DOH kümmert sich seit 1999 um Doping-Opfer des deutschen Sports insbesondere aus der DDR. 700 Ex-Sportler sind gemeldet, die Dunkelziffer soll bei 2000 liegen. Mehr und mehr melden sich aber auch Athleten aus dem Westen und aus der Zeit nach 1990 bei der Beratungsstelle in Berlin, die jährlich mit 30.000 Euro bezuschusst wird.

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