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Symbolbild Gewichtheben
Die WM im Gewichtheben findet aktuell in Houston (USA) statt © Getty Images

Der deutsche Heber-Präsident Christian Baumgartner zweifelt angesichts internationaler Ausnahmeleistungen an einem betrugsfreien Ablauf der Weltmeisterschaften im texanischen Houston.

"Da werden Dinge gemacht, die nicht erklärbar sind", sagte der Chef des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG) und zielte auf Erfolge von Ländern ab, "die eindeutig eine Dopinghistorie haben".

Das Dopingproblem sei jedoch kein reines Gewichtheberproblem. "Es ist ein systemimmanenter Betrug, der in vielen Ländern abläuft", sagte Baumgartner und verwies auf den aufsehenerregenden Bericht der WADA-Kommission über Doping in der russischen Leichtathletik. Allerdings betonte er, dass dies "genauso im Gewichtheben hätte passieren können".

Abwarten bis nach der WM

Als eine Folge des Skandals war unlängst die nationale russische Anti-Doping-Agentur RUSADA von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA suspendiert worden. "Die RUSADA, die in Russland das Gewichtheben kontrolliert, ist die gleiche, die auch die Leichtathletik kontrolliert", sagte Baumgartner: "Es wäre ja höchst seltsam, wenn diese Leute nur die Leichtathletik manipuliert und alle anderen Sportarten sauber abgewickelt hätten."

Nach Schätzungen Baumgartners, Exekutiv-Mitglied des Weltverbandes IWF, sind bei den Titelkämpfen in den USA bislang rund 200 Kontrollen durch die US-Antidoping-Agentur USADA durchgeführt worden: "Da muss man sehen, was nach der WM herauskommt."

Trotz der offensichtlichen Probleme erkennt Baumgartner auch Fortschritte in seiner Sportart. So würden etwa positive A-Proben inzwischen transparent und umgehend im Internet veröffentlicht. "Es wird nicht lange getuschelt, es entsteht kein Raum für irgendwelche Gerüchte", sagte Baumgartner.

Weniger positive Tests

Auch die IWF, laut einer Stellungnahme "einer der führenden Verbände bei der Anzahl der Tests", sieht sich auf einem guten Weg. So sei 2014 die Anzahl positiver Fälle im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gesunken.

Im Falle Bulgariens zeigte sich die IWF im Vorfeld der WM außerdem konsequent und schloss die Heber wegen wiederholten Dopingmissbrauchs von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro aus.

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