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Alfons Hörmann macht sich um den Sportbetrieb in Deutschland Sorgen © Getty Images

DOSB-Präsident Alfons Hörmann schlägt in der Flüchtlingsfrage Alarm und übt scharfe Kritik an der Politik.

"Die Politik hat den Sport weit mehr allein gelassen, als dass sie ihn mitgenommen hat", sagte Hörmann auf der Deutschlandfunk-Sportkonferenz am Donnerstag in Köln und sprach mit Blick auf den Einsatz des Sports in der Flüchtlingsfrage von der "Gefahr, dass die Stimmung kippt".

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der an der Spitze der 27 Millionen organisierten Sportler in Deutschland steht, erklärte, dass mittlerweile in Deutschland etwa 1000 Turnhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zweckentfremdet worden seien. Bis zum Jahresende rechne man mit 1500.

"In Bremen werden wohl bis Weihnachten ein Drittel der Hallen von Flüchtlingen genutzt werden. Da sind wir in einem Bereich, der weh tut", sagte Hörmann (55), der eine intensivere Nutzung von leerstehenden Gewerbe-Immobilien forderte.

Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile 400 von knapp 7000 Turnhallen von Flüchtlingen belegt.

Hörmann berichtete von gut 200 Liga-Spielen, die in NRW aufgrund der Flüchtlingssituation schon abgesagt wurden, sowie von Vereinen, die "schon bis zu 30 Prozent ihrer Mitglieder verloren haben".

Hörmann erklärte, der DOSB nehme "im Minutentakt Einfluss auf die Politik", man sei in Kontakt mit "allen Ministern".

Die Finanzhilfe aus der Politik kritisierte Hörmann scharf. Als die ebenfalls anwesende NRW-Sportministerin Christina Kampmann (SPD) auf nachträglich zur Verfügung gestellte 250.000 Euro verwies, erwiderte Hörmann: "250.000 Euro für mehr als 200.000 Flüchtlinge in NRW - gut ein Euro pro Flüchtling!"

Kampmann verwies auf die Sportministerkonferenz in der kommenden Woche in Köln, auf der unter ihrem Vorsitz "die Situation diskutiert" werde. 

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