vergrößernverkleinern
In den Niederlanden ist ein Streit um Bluttests entbrannt
In den Niederlanden ist ein Streit um Bluttests entbrannt © Getty Images

In den Niederlanden streiten sich das Nationale Olympische Komitee und die nationale Anti-Doping-Agentur um nicht gemeldete Bluttests.

Das Nationale Olympische Komitee der Niederlande (NOCNSF) hat jahrelang hinter dem Rücken der nationalen Anti-Doping-Agentur (DA) Bluttests bei Spitzensportlern durchgeführt.

Da sich das NOCNSF weigert, die Blutanalysen an die "Dopingautoriteit" (DA) weiterzuleiten, ist zwischen beiden Instanzen gut drei Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ein heftiger Streit entbrannt.

In den vergangenen sechs Jahren wurden alle für Olympia-Teilnahmen infrage kommenden Topathleten getestet, insgesamt etwa 400 Sportler.

Laut Aussage von NOCNSF-Chefarzt Cees-Rein van den Hoogenband werden bei den Tests auch für den Nachweis von Blutdoping relevante Werte ermittelt. Die Untersuchungen seien Teil der Bemühungen um eine Optimierung der medizinischen Betreuung bei Olympia-Wettkämpfen und keine regulären Dopingtests.

Die Geheimniskrämerei um die bislang nicht bekannt gewesenen Blutuntersuchungen begründete der Vater von Schwimm-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband mit der medizinischen Schweigepflicht der beteiligten Ärzte und der Privatsphäre der Sportler.

Van den Hoogenband senior versicherte außerdem, dass keiner der Tests einen Hinweis auf Dopingmissbrauch gab.

Die vom NOCNSF finanzierte DA pocht dennoch auf Herausgabe der Unterlagen über die Blutuntersuchungen. DA-Direktor Herman Ram verwies auf angeblich "vier Prozent Hochleistungssportler in den Niederlanden, die bewusst Dopingmittel benutzen".

Ram drohte dem NOCNSF mit Konsequenzen: "Wenn sich herausstellen sollte, dass das NOCNSF uns mögliche Dopingfälle nicht gemeldet hat, dann hat das NOCNSF ein sehr großes Problem."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel