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Brasilien testete seine Top-Sportler vor den Spielen nicht mehr
Die WADA erwägt eine Lockerung der Meldonium-Bestrafung © Getty Images

Bereits bestrafte Dopingsünder können auf eine Reduzierung ihrer Strafe hoffen. Die WADA erwägt eine Lockerung der Meldonium-Bestrafung.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will offenbar die Strafen für Sportler lockern, denen die Einnahme des Dopingmitels Meldonium nachgewiesen worden war. Athleten, die vor dem 1. März 2016 mit weniger als einem Mikrogramm des Herzmittels erwischt worden waren, können auf Gnade hoffen.

Wie die WADA am Mittwoch mitteilte, wurden bei Dopingkontrollen seit Jahresbeginn 172 Sportler positiv auf Meldonium getestet.

"Bei der Bewertung von Meldonium fehlen weiterhin wissenschaftliche Informationen zum Abbau des Mittels im Körper", hieß es in einem Statement der WADA.

Die Dopingbekämpfer wollen daher nicht ausschließen, dass Athleten, die vor dem 1. März wegen der Einnahme von weniger als einem Mikrogramm gesperrt wurden, das Mittel womöglich vor dem 1. Januar 2016 eingenommen haben. Erst seit der Jahreswende steht Meldonium auf der Dopingliste.

Sollte dem Athleten nicht bekannt gewesen sein, dass das Mittel ab dem 1. Januar verboten wurde, oder er durch falsche Informationen angenommen hatte, das Mittel bis zum 1. Januar 2016 abzubauen, sei der Fall neu zu bewerten.

Unter diesen Umständen hält es die WADA für möglich, dass es Gründe für ein schuldloses oder nur fahrlässiges Verhalten auf Seiten des Athleten gebe.

Der russische Eisschnelllaufverband fordert indes, dass es keine Dopingbestrafung für seine des Meldonium-Dopings überführten Stars wie Sprintweltmeister Pawel Kulischnikow und Shorttrack-Olympiasieger Semen Elistratov geben solle.

Der Verband setzt sich laut russischer Agenturen für eine sofortige Aufhebung der vorläufigen Sperren durch den Eissport-Weltverband ISU ein. Die überführten Sportler erklärten, dass sie das Mittel nach dem 1. Januar nicht mehr eingenommen haben.

Bei Dopingkontrollen wurden in den letzten Monaten rund 100 überwiegend russische und andere osteuropäische Sportler positiv auf Meldonium getestet.

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