vergrößernverkleinern
Doping Russland
Das Anti-Doping-Labor in Moskau darf wieder Blutproben analysieren © Getty Images

Das Moskauer Anti-Doping-Labor hat einen Teil seiner Zulassung zurückerhalten. Nach dem Entzug der Akkreditierung vor gut einem Monat erlaubt die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA dem Institut in der russischen Hauptstadt nun zumindest wieder, Blutproben zu analysieren. Dies bestätigte WADA-Präsident Craig Reedie dem Branchendienst insidethegames.

"Wir haben sie nur für Bluttests reakkreditiert", sagte der Brite Reedie. Urinproben dürfen damit in Moskau weiterhin nicht untersucht werden. Das Labor war im November nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts einer unabhängigen Kommission unter Vorsitz des ehemaligen WADA-Vorsitzenden Richard Pound vorläufig gesperrt worden. Der Bericht hatte einen systematischen Betrugsskandal in der russischen Leichtathletik offengelegt. Mitte April erfolgte die Aberkennung der Akkreditierung.

Wegen zahlreicher und systematischer Vergehen gegen die Anti-Doping-Richtlinien hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF russische Sportler derzeit für alle internationalen Wettkämpfe gesperrt. Um das dadurch drohende Aus bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro doch zu verhindern, arbeitet Russlands neuer Leichtathletik-Verbandspräsident Dimitri Schliachtin an Reformen im Anti-Doping-Kampf.

Die Teil-Akkreditierung für Bluttests sieht Craig Reedie als wichtigen Schritt im Anti-Doping-Kampf in Russland an, vor allem für die Leichtathletik. Durch die Möglichkeit der Durchführung dieser Tests könnten die Analysen der biologischen Blutpässe der Athleten besser durchgeführt werden.

"Der Leichtathletik-Weltverband hat ein sehr gutes Programm bei den Blutpässen der Athleten. Dies wird ihm bei seinen Bemühungen in Russland helfen, weil vor seiner eigenen Entscheidung noch eine Menge Tests durchgeführt werden müssen", sagte Reedie. Das 27-köpfige Council der IAAF will am 17. Juni darüber entscheiden, ob es bei der Suspendierung der russischen Leichtathletik bleibt.

Jüngst hatte sich nach den Enthüllungen des ehemaligen Moskauer Laborchefs Gregori Rodtschenkow offenbar die Stimmung pro Ausschluss innerhalb der Council-Mitglieder verfestigt. Rodtschenkow hatte über verschiedene Praktiken berichtet, mit deren Hilfe russische Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gedopt an den Start gegangen waren. 15 von ihnen hatten demnach Medaillen gewonnen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel