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Biathlon - Winter Olympics Day 14
Russland kämpft gegen enorme Dopingvorwürfe © Getty Images

Angesichts der neuesten Dopingvorwürfe gegen Russlands Athleten hat nun auch die russische Strafverfolgung Ermittlungen eingeleitet.

Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Strafverfolgungsbehörden wollen demnach gemeinsam mit dem Sportministerium und Russlands Olympischem Komitee den "von einigen Medien und der Welt-Anti-Doping-Agentur veröffentlichten Informationen nachgehen".

Damit reagieren die russischen Behörden wohl auch auf die jüngsten Meldungen aus den USA, denn nach Informationen der New York Times ermittelt inzwischen auch das US-Justizministerium: "Wir wollen in Bezug auf die Dopingvorwürfe Informationen von den entsprechenden Autoritäten aus den USA und einigen anderen Ländern anfordern", hieß es.

Zuletzt hatte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow erklärt, Russland stehe den Ermittlungen der US-Justiz auf "fremdem Territorium" mit einer "gewissen Skepsis und einem Mangel an Verständnis" gegenüber. Sportminister Witali Mutko meinte, er sei nicht überrascht über die Vorgehensweise der US-Behörden: "Das ist keine Offenbarung für uns."

Russlands Sport steht nach immer neuen Doping-Anschuldigungen massiv unter Druck. Selbst IOC-Präsident Thomas Bach schloss in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zuletzt einen kompletten Ausschluss der Sport-Großmacht von den Olympischen Spielen in Rio nicht aus.

Die WADA hatte am Dienstag eine Untersuchung der Anschuldigungen gegen Russland bei den Winterspielen in Sotschi angekündigt. Der damalige Leiter des Anti-Doping-Labors, Gregori Rodtschenkow, hatte davon berichtet, dass er unter Mithilfe des russischen Inlandgeheimdienstes FSB angeblich über 100 Dopingproben russischer Athleten in Sotschi, darunter mindestens 15 russische Medaillengewinner, ausgetauscht hatte. Zudem habe er für russische Sportler extra einen Mix aus drei verschiedenen Dopingmitteln entwickelt.

Ebenfalls am Dienstag war bekannt geworden, dass bei Nachtests der Olympischen Spiele in Peking 2008 insgesamt 31 Sportler aus zwölf Ländern positiv getestet wurden.

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