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KEN: Athletics in Kenya Feature
Die Situation in Kenia wird immer unübersichtlicher © Getty Images

Der kenianische Sport versinkt immer tiefer im Chaos.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, ist der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees (NOCK) am Freitag bei einer Befragung durch die Regierung über die Skandale im kenianischen Olympiateam bei den Spielen in Rio de Janeiro festgenommen worden.

Einer weiteren Quelle zufolge seien Polizisten an den Flughafen von Nairobi geschickt worden, wo weitere NOCK-Offizielle aus Rio zurückerwartet wurden.

Die kenianische Regierung hatte am 18. August eine Untersuchung der Vorfälle in Brasilien eingeleitet, wo das von massiven Dopinggerüchten belastete Läuferland trotz 13 gewonnenen Medaillen (6/6/1) keine gute Figur abgegeben hatte.

So hatte sich Leichtathletik-Trainer John Anzrah bei einer Doping-Kontrolle angeblich für den 800-m-Läufer Ferguson Rotich ausgegeben.

Situation in Kenia äußerst unübersichtlich

Einen Tag später hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) hingegen erklärt, der Trainer habe sich im Kontrollbereich mit einer falschen Akkreditierung aufgehalten und sei von einem Doping-Kontrolleur aufgefordert worden, eine Probe abzugeben. Noch bevor Anzrah dies tat, sei die Verwechslung aufgefallen.

Zudem hatte die Ethikkommission des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF den kenianischen Olympiafunktionär Michael Rotich vorläufig suspendiert.

Rotich soll den Zeitpunkt von Kontrollen an betroffene Sportlern verraten haben. Außerdem hatte das NOCK Kenias Speerwurf-Weltmeister Julius Yego offenbar kein Flugticket nach Rio de Janeiro gebucht.

Am Donnerstag verkündete Kenias Sportminister Hassan Wario daraufhin die Auflösung des NOCK. Direkt im Anschluss erklärte dessen Generalsekretär Francis, der Sportminister habe dafür keine Befugnis.

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