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Richard Pound
Richard Pound misstraut dem IOC © Getty Images

IOC-Mitglied Richard Pound misstraut dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in der Russland-Frage.

"Ich bin mir nicht sicher, was sie im Sinn haben und was das Ziel ist", sagte der WADA-Gründungspräsident dem Branchendienst insidethegames.biz.

"Ja, man braucht Disziplinar-Kommissionen. Aber das Rad neu zu erfinden und währenddessen mit Russland zu kooperieren? Das erscheint mir ein wenig ungewöhnlich."

Neben dem von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingesetzten Sonderermittler Richard McLaren, der in seinem ersten Report Russland Staatsdoping nachgewiesen hat, untersuchen derzeit auch zwei IOC-Kommissionen unter dem Franzosen Guy Canivet und dem Schweizer Denis Oswald die Vorgänge in Russland.

Beide IOC-Ermittler arbeiten dabei auch mit dem russischen IOC-Ehrenmitglied Witali Smirnow zusammen, der die Untersuchungskommission in Russland leitet.

McLaren hatte weitere Details zu den Betrügereien Russlands für Ende Oktober angekündigt. Danach sollen Canivet und Oswald berichten. 

"Alle notwendigen Maßnahmen" könnten laut IOC-Präsident Thomas Bach dann Anfang 2017 verhängt werden. Das IOC steht aufgrund seiner laschen Vorgehensweise gegen Russland harsch in der Kritik.

Auch Pound, der die Russland-Politik der IOC-Exekutive bei einer Abstimmung auf der Session im Vorfeld der Spiele in Rio noch gestützt hatte, griff den Ringeorden deswegen erneut an.

Vor allem den Umgang mit der Whistleblowerin Julia Stepanowa kritisierte er scharf. Die Entscheidung, die Russin nicht zu den Olympischen Spielen in Rio zugelassen zu haben, weil sie den "ethischen Anforderungen" nicht genügt habe, bezeichnete der Kanadier als "abscheulich". 

Auch die Tatsache, dass das IOC den internationalen Sportverbänden die Entscheidung über die Nominierung russischer Athleten überlassen habe, hält Pound für falsch: "Man hätte Russland ausschließen müssen und Sportler unter neutraler Flagge starten lassen, die nachgewiesen haben, dass sie sauber sind."

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